1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Hindern

Hindernisse sind dazu da, aus dem Weg geräumt zu werden. Schwierig wird das vor allem dann, wenn einem ständig Steine in den Weg gelegt werden – oder man gar mit einer Behinderung auf die Welt kommt.

Das Stichwort dieser Woche heißt "hindern". Dass auch dieses Stichwort in ganz unterschiedlichen Varianten, mit Vor- und Nachsilben, als Adjektiv und Substantiv gebraucht wird, überrascht nicht. "Hindern" ist gewissermaßen unser Ausgangswort. Sein ursprünglicher Sinn ist "vom Vorwärtsgehen zurückhalten, hemmen".

Besser etwas verhindern als behindert werden

Das kann grundsätzlich zweierlei bedeuten. Erstens: eine Sache in ihrer Entwicklung hindern, also hemmen, und zweitens: eine Person zurückhalten, hindern oder hemmen, etwas zu tun. Wobei eine Person auch in ihrer Entwicklung gehindert, behindert, zurückgehalten, gehemmt werden kann. "Hindern" im wörtlichen wie im übertragenen Sinne heißt: "eine Bewegung erschweren". Die Gründe dafür können von außen kommen, aber wir wissen, dass uns mitunter auch etwas in uns selbst hindert. Woran? Da mag sich jeder die eigene Erfahrung vor Augen führen.

Nun klingt das ja alles ganz danach, als sei "hindern" ausschließlich negativ zu verstehen, aber dem ist nicht so. Man kann jemanden durch einen guten Rat daran hindern, unüberlegt zu handeln und so eventuell Schlimmes verhindern. Oder: "Nur durch das beherzte Eingreifen der Nachbarn konnte verhindert werden, dass das Feuer auf andere Räume übergriff."

Auf der Autobahn

Und schon sind wir mitten im Alltag mit den folgenden Staus und Behinderungen, die uns über die Radiosender in den Verkehrsmeldungen mitgeteilt werden. Kleine Randbemerkung: Etliche dieser Behinderungen sind sensationslüsternen Verkehrsteilnehmern zuzuschreiben, die von der Gegenfahrbahn aus die Massenkarambolage begaffen und den Verkehr ins Stocken geraten lassen. Zu den Behinderungen durch Staus kommen die Hindernisse in Form verlorener Ladung oder anderer unterschiedlichster Gegenstände auf der Fahrbahn.

Ein Hindernis steht oder liegt oder ist im Weg. Hindernisse können unterschiedlichster Natur sein. Und: Sie können konkret oder abstrakt sein. Beispiele gibt es genug. Ein Erdrutsch, der einen Alpenpass versperrt, ist ein geradezu unüberwindliches Hindernis. Wenn der LKW vor uns eine Kiste verloren hat, ist diese zwar auch ein Hindernis, aber mit etwas Glück können wir ausweichen und das Hindernis hinter uns lassen. Für uns ist die Kiste jetzt im eigentlichen Sinne kein Hindernis mehr, denn es liegt im Wesen aller Hindernisse, dass sie vor einem liegen.

Ab zum Sport

Gehen wir zur Abwechslung in ein Stadion. Da gibt es eine Leichtathletikveranstaltung. Nächster Programmpunkt: der 3000-Meter-Hindernislauf. Die Läufer müssen Hindernisse, als da sind Wassergraben und Hürden unterschiedlicher Höhe, überspringen.

Man könnte auch sagen, sie müssen "Hindernisse nehmen", aber "ein Hindernis nehmen", kann auch bedeuten, Dinge aus dem Weg zu räumen, die – nur ein Beispiel – missgünstige Kollegen aufgebaut haben; "Hindernis" hier in übertragener Bedeutung gebraucht. Ein Hindernis ist, so lautet eine recht griffige und umfassende Definition, etwas, was das direkte Erreichen eines Ziels, das Weiterkommen, be- oder verhindert.

Menschen mit Behinderung

Ein besonders schwerwiegendes Hindernis ist das, was wir körperliche oder geistige Behinderung nennen. Menschen, die es von Geburt an nicht gut getroffen haben oder die durch Krankheit oder Unfall ihre Unversehrtheit eingebüßt haben, sind behinderte Menschen. Ihre Behinderung wird zum Hindernis im Alltag und im Berufsleben. Zwar gibt es inzwischen viele behindertengerechte Einrichtungen, da ist insgesamt viel in Gang gekommen, aber es bleibt noch immer sehr viel zu tun, damit allen behinderten Menschen das Leben etwas leichter gemacht werden kann.

Fragen zum Text:

Was muss ein Läufer beim 3000-Meter-Hindernislauf überspringen?

1. Hürden und Wassergraben

2. Latten und Sandgrube

3. Baumstämme und Schlammloch

Räumt man in übertragener Bedeutung Dinge aus dem Weg, so …?

1. lebt man mit einer Behinderung

2. nimmt man ein Hindernis

3. verhindert man eine Entwicklung

Einrichtungen, die den Bedürfnissen von Behinderten angepasst sind, heißen …?

1. behindertenbevorzugend

2. behindertenfair

3. behindertengerecht

Arbeitsauftrag:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine körperliche Behinderung und säßen im Rollstuhl. Beschreiben Sie aus dieser Perspektive einen Ihrer üblichen Tagesabläufe und überlegen Sie, wie Sie dabei auftretende Schwierigkeiten bewältigen können.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads