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Musik

Himmlische Instrumente beim TFF

Harfenklängen aus aller Welt lauschen, zu den neuesten Ethno-Fusionen abtanzen, die Musikszene der Schweiz erkunden: Den 70.000 Besuchern des Tanz- und Folkfests Rudolstadt mangelte es nicht an musikalischer Abwechslung.

Klaus der Geiger, Rudolstadt 2011, (Copyright: tff-rudolstadt)

Preisträger Klaus der Geiger

Werbung braucht das größte deutsche Festival für Folk- und Weltmusik wirklich nicht mehr zu machen. Die Dauerkarten waren in diesem Jahr Wochen im Voraus ausverkauft, und viele der Besucher sind Wiederholungstäter. Die "Rudolstädter Magie", die sich an jedem ersten Juliwochenende in der thüringischen Kleinstadt einstellt, ist immer wieder einmalig, auch wenn sich am Festivalkonzept eigentlich seit langem nichts geändert hat. Bewährte Zutaten sind Musikstile aus aller Welt: mal populär wie der afrikanische Superstar Youssou N'Dour, mal etwas für Spezialisten, wie der Dhrupad-Gesang der Mallik Family aus Indien: Dazu kommen ein Länderschwerpunkt, ein Instrumentenspecial und ein Tanz des Jahres. Mit diesen quasi festen Größen im Programm entfaltet das TFF eine Atmosphäre, die die Besucher mit Musik zusammenbringt, von der sie immer wieder überrascht werden und die vielen gänzlich unbekannt ist.

Himmlische Saitenspiele

Magic Harps Projekt (Bild: DW/Uli Anders)

Magic Harp ist ein internationales Projekt

Trompete, Kniegeige, Percussion: In jedem Jahr steht ein Instrument oder eine Instrumentengruppe im Mittelpunkt des TFF. Mit der Harfe gab es in Ausgabe 21 ein Instrument, das gleich mit Musikern aus vier Kontinenten vertreten war. Ein Kora-Spieler aus Gambia traf auf diverse Mitteleuropäer mit Harfen von mittelalterlich bis modern, dazu gesellte sich eine Jazzharfe aus den USA, eine Bogenharfe aus Burma und ein Instrument aus Paraguay. Neben ihrem zweistündigen Konzertprogramm, in dem die Musiker bewiesen, dass man durchaus mit mehreren Harfen gleichzeitig spielen kann, gaben alle Harfinisten auch Solokonzerte, in denen sie ihre angestammte Musikkultur präsentierten. So viel Harfe wurde vom Publikum stürmisch gefeiert.

Ethnische Klänge und Rock’n Roll

Publikum beim TFF Rudolstadt, aufgenommen im Juli 2011. (Foto: Suzanne Cords)

Stimmung beim Publikum

The Glorystrokes aus England mischen alte englische Lieder mit dem musikalischen Fundament der New Wave of British Heavy Metal. Gitarren jaulen parallel zu wimmernden Schifferklavieren, ältere Menschen tanzen dazu eine Mischung aus Diskofox und Walzer, während die Kinder und Enkel vom Ausdruckstanz über Rempel-Pogo bis hin zu Headbangen ihrem Bewegungstrieb freien Lauf lassen. Das Publikum des TFF verändert sich, genau wie die auftretenden Gruppen. Tablas allein will kaum noch einer spielen, kombiniert mit einem DJ und einem Balkan-Rapper aber schon: die Bands als kleines Spiegelbild der Globalisierung. Stile mischen? Warum nicht!

Ländler, Blues und Jodel-Power

Erstaunliches konnte das Publikum aus dem Nachbarland Schweiz erleben. Der diesjährige Länderschwerpunkt bot mit seinen zehn Bands ein breites Spektrum eidgenössischer Musikkultur, das sich zwar hauptsächlich mit neuer Schweizer Volksmusik beschäftigte, aber durchaus zu rocken wusste. Bands wie Stiller Has oder die Kummerbuben repräsentierten die Schweizer Popmusik, die Sängerin Christine Lauterburg zelebrierte ihre extrovertierte Jodelkunst, und Erika Stucky warf einen typisch schweizerischen Blick auf die Musik von Jimi Hendrix. Wem das nicht reichte, der konnte noch Workshops über die Musik der Berge besuchen.

Mit Programmheft und Regenponcho

Hubert von Goisern-Konzert beim TFF Rudolstadt 2011. (Foto: Suzanne Cords)

Trotz Dauerregen wollten Tausende Festivalbesucher Hubert von Goisern live erleben

Zum ersten Mal dauerte das Festival dieses Jahr vier Tage. Die einzelnen Konzerte wurden ein wenig länger, weniger Veranstaltungen liefen parallel, so dass die Besucher mehr Gruppen sehen konnten. Doch was als großes Sommerfest geplant war, endete in vier Tagen Dauernieselregen und wahrlich herbstlichen Temperaturen. Aber selbst das schreckte die feierwütigen Folkfreunde nicht, und so konnte sich keine der Bands auf den über 20 Bühnen über mangelnden Zuspruch beklagen. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr beim Länderschwerpunkt Kolumbien gleich noch ein wenig tropische Sonne mit eingeflogen wird.

Autor: Matthias Klaus
Redaktion: Rick Fulker

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