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Politik

Hillary Clintons Wahlkampfmanager tritt zurück

Neue Turbulenzen im Wahlkampfteam von US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: Nach jüngsten Querelen ist der Chefstratege des Vorwahlkampfes, Mark Penn, zurückgetreten.

Für Hillary Rodham Clinton geht es in zwei Wochen um alles oder nichts, Quelle: AP

Für Hillary Rodham Clinton geht es in zwei Wochen um alles oder nichts

Barack Obama liegt in Umfragen vorne, Quelle: AP

Barack Obama liegt in Umfragen vorne

In einer heißen Phase des US-Vorwahlkampfs muss sich die demokratische Präsidentschaftsbewerberin einen neuen Chefstrategen suchen: Ihr Wahlkampfmanager Mark Penn hat seinen Posten aufgegeben. Penn habe Clinton gebeten, ihn zu entlassen, teilte Wahlkampfleiterin Maggie Williams am Sonntag (06.04.2008) mit.

Interessenkonflikt

Grund für seine Entscheidung seien "die Ereignisse der vergangenen Tage", hieß es. Einzelheiten wurden nicht genannt. Auslöser für den Rücktritt ist laut US-Medien eine Kontroverse über den Abschluss eines Wirtschaftsabkommens mit Kolumbien, für den sich Penn trotz des Widerstands Clintons stark gemacht hatte. Clintons Ablehnung weiterer Wirtschaftsverträge mit lateinamerikanischen und anderen Entwicklungsländern, die zu Konkurrenz auf dem nationalen Markt und damit zu Entlassungen führen können, ist vor den Vorwahlen in Pennsylvania am 22. April eine wichtiges Thema.

Hillary Clinton konzentriert sich derzeit voll auf den Wahlkampf in Pennsylvania, Quelle: AP

Hillary Clinton konzentriert sich derzeit voll auf den Wahlkampf in Pennsylvania

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich Penns PR-Firma im Auftrag der kolumbianischen Regierung für das Freihandelsabkommen zwischen Bogota und Washington einsetzt. Penn hatte sich mit der kolumbianische Botschafterin getroffen, um mit ihr über die Chancen eines Freihandelsabkommens zu sprechen. Das "Wall Street Journal" hatte am Freitag von dem Treffen berichtet. Penn, der einem Marktforschungskonzern angehört und außerdem Chef einer großen PR-Firma ist, war demnach an der Ausarbeitung einer Strategie beteiligt, das Freihandelsabkommen durch den Kongress zu bekommen. Er entschuldigte sich später für sein Handeln.

Clintons letzte Chance

Wahlkampfleiterin Williams erklärte, Penns Marktforschungskonzern werde Clinton aber weiterhin beratend zur Seite stehen. Aus dem Umfeld von Clintons Wahlkampfteam verlautete, die Senatorin sei von Penn enttäuscht. In zwei Wochen finden wichtige Vorwahlen in Pennsylvania statt. Die Abstimmung wird als die wahrscheinlich letzte Chance von Clinton gesehen, zu ihrem parteiinternen Rivalen Barack Obama Boden gut zu machen.

Eine Clinton-Anhängerin bei einer Wahlkampfveranstaltung, Quelle: AP

Eine Clinton-Anhängerin bei einer Wahlkampfveranstaltung

Unabhängig von den jüngsten Streitigkeiten hatte es bereits seit längerem Spannungen zwischen Penn und anderen Strategen im Clinton-Team gegeben, hieß es. Bereits im Februar hatten die Wahlkampfchefin Clintons, Patti Solis Doyle und deren Stellvertreter Mike Henry das Handtuch geworfen. Dies hing mit dem unerwartet schwachen Abschneiden bei den Vorwahlen am "Super-Dienstag" am 5. Februar zusammen.

Clinton und ihr Team waren zum Jahresbeginn davon ausgegangen, Obama rasch schlagen zu können. Doch Clinton liegt laut einer Umfrage von vergangener Woche in der Wählergunst hinter Obama zurück. In der Erhebung kommt Obama auf 46 Prozent vor Clinton mit 43 Prozent. Zudem konnte Obama nach eigenen Angaben im März 40 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) an Spendengeldern für seinen Wahlkampf sammeln. Clinton brachte nur rund 20 Millionen zusammen. (stu)

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