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Amerika

Hillary Clintons Botschaft an Pjöngjang

Die USA planen offenbar neue Sanktionen gegen Nordkorea. Das sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Seoul - wo sie und Verteidigungsminister Robert Gates sich mit ihren südkoreanischen Amtskollegen trafen.

Hillary Clinton und Robert Gates gemeinsam mit dem südkoreanischen Außenminister Yu Myung Hwan (l.) und Verteidigungsminister Kim Tae Young (Foto: AP)

Hillary Clinton und Robert Gates gemeinsam mit ihren südkoreanischen Amtskollegen

Mit ernstem Blick stand Hillary Clinton im Grenzort Panmunjom - den Feldstecher vor den Augen - und sah in die Ferne. Sie warf einen kurzen Blick auf eine andere Welt: hinüber nach Nordkora. Denn der Aussichtspunkt, auf dem Clinton stand, liegt mitten in der schwer bewachten entmilitarisierten Zone, die die beiden koreanischen Staaten voneinander trennt. Fast vier Kilometer breit ist das Gelände, an dessen Grenze sich fast zwei Millionen Soldaten gegenüberstehen.

Hillary Clinton mit Fernglas an der innerkoreanischen Grenze (Foto: AP)

Rückendeckung für Seoul

Der hohe Besuch aus Washington soll ein klares Signal an die Adresse Pjöngjangs darstellen: Die USA stehen fest an der Seite ihrer südkoreanischen Verbündeten. Als "Solidarätsbekundung" bezeichnete Hillary Clinton die Visite. Zweck sei es, das "unerschütterliche Engagement" der Vereinigten Staaten in Südkorea zu demonstrieren. Und um diese Verbundenheit noch weiter zu untermauern, schickten die USA ihren atomar angetriebenen Flugzeugträger "George Washington" nach Südkorea - wo die Besatzung am Sonntag im Japanischen Meer an einem mehrtägigen gemeinsamen Manöver mit dem südkoreanischen Militär teilnehmen soll. Darüber hinaus kündigten Clinton, Gates und ihre Amtskollegen - Außenminister Yu Myung Hwan und Verteidigungsminister Kim Tae Young - für die nähere Zukunft weitere Übungen an, offenbar eine Reaktion auf die derzeit angespannte Sicherheitslage in der Region.

Verfeindet seit Jahrzehnten

Bergung der Cheonan im April (Foto: AP)

Bergung der "Cheonan" im April

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des Korea-Krieges 1953 befinden sich Nord- und Südkorea offiziell noch immer im Kriegszustand, ein Friedensvertrag zwischen den Nachbarn wurde nie geschlossen. In den vergangenen Monaten allerdings hatten sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel massiv verschärft. Grund ist der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März - dabei waren 46 Seeleute ums Leben gekommen. Seoul wirft Pjöngjang vor, die Korvette "Cheonan" mit einem Torpedo versenkt zu haben. Nordkorea bestreitet jedoch jede Verwicklung.

Verbale Drohgebärden

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il (Foto: AP / Xinhua)

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il

Bei ihrem Besuch in Seoul wandte sich die US-amerikanische Chefdiplomatin auch direkt an die Adresse Pjöngjangs. Um den Druck auf das kommunistische Kim-Jong-Il-Regime zu erhöhen, solle der Handel weiter eingeschränkt und Konten der nordkoreanischen Führung eingefroren werden, so Clinton. Gleichzeitig forderte sie Nordkorea auf, sich offen für eine Wiederaufnahme der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche zu zeigen. Die Verhandlungen über das umstrittene Atomporgramm des isolierten Landes liegen seit April 2009 auf Eis. Damals hatte sich Nordkorea als Reaktion auf UN-Sanktionen nach mehreren nordkoreanischen Raketen- und Atomtests aus den Gesprächen mit den USA, Südkorea, China, Japan und Russland zurückgezogen.

Autorin: Esther Broders (dpa/ap/afp/reuters)
Redaktion: Anne Herrberg