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Welt

Hillary Clinton schwört ihre Anhänger auf Obama ein

Hillary Clinton hat den Zwist mit Barack Obama begraben und ihre Anhänger aufgefordert, sich hinter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten zu scharen. Die Demokraten sorgen sich um die Geschlossenheit der Partei.

Hillary Rodham Clinton und ihre Tochter Chelsea auf dem Parteitag, Quelle: AP

Hillary Rodham Clinton und ihre Tochter Chelsea auf dem Parteitag

Die bittere Niederlage im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten scheint vergessen: Mit einer leidenschaftlichen Rede hat Hillary Clinton die demokratische Partei zur Geschlossenheit und ungeteilten Unterstützung des designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama aufgerufen. Egal, ob sie in den Vorwahlen für sie selbst oder für Obama gestimmt hätten, "jetzt ist die Zeit gekommen, sich als eine Partei mit einem Ziel zu versammeln", sagte Clinton am Dienstag (27.08.2008, Ortszeit) in einer frenetisch bejubelten Rede auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver.

Angst um die Geschlossenheit

"Barack Obama ist mein Kandidat, und er muss unser Präsident sein", betonte die ehemalige First Lady immer wieder. Clinton wurde nach kurzer Vorstellung durch ihre Tochter Chelsea minutenlang von den mehr als 4000 Delegierten des Parteitags gefeiert. Das Plenum war in ein Meer von weißen Schildern mit dem Schriftzug "Hillary" getaucht.

Obama war am zweiten Tag der Convention schon wieder auf Wahlkampftour, hier in Billings/ Montana, Quelle: AP

Obama war am zweiten Tag der Convention schon wieder auf Wahlkampftour, hier in Billings/ Montana

Die Führung der Demokraten sorgt sich um die Geschlossenheit der Partei, da viele Anhänger Clintons wegen der knappen Vorwahlniederlage und der Wahl von Joe Biden als Vize-Kandidat Obamas tief enttäuscht sind. Umfragen zufolge wollen zwischen 20 und 30 Prozent von Clintons Anhängern nicht für Obama stimmen. Am Rande des Parteitags demonstrierten hunderte enttäuschte Clinton-Anhänger gegen Obamas Kandidatur.

Angriffe auf McCain

Während der erste Tag mit den Auftritten des schwer kranken Senators Edward Kennedy und der Ehefrau Obamas, Michelle, vor allem von Emotionen geprägt war, verschärften die Demokraten am zweiten Tag ihrer Versammlung die Kritik an John McCain. Mehrere Redner warfen dem republikanischen Gegenkandidaten vor, lediglich die Politik von Präsident George W. Bush zu verlängern.

Bill Clinton lauscht der Rede seiner Frau, Quelle: AP

Bill Clinton lauscht der Rede seiner Frau

Sie habe nicht "35 Jahre lang in den Schützengräben" der Politik verbracht und die letzten acht Jahre unter Bush über sich ergehen lassen, um nun noch mehr "ungenügende Führung" durch die Republikaner zu erleiden, betonte Clinton: "Niemals, auf keinen Fall, kein McCain", rief sie mit Blick auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.

"Amerika, wach auf!"

McCain werde lediglich die verfehlte Politik von Bush fortsetzen, meinte der Ex-Gouverneur von Virginia, Mark Warner. "Wir brauchen keinen Präsidenten, der der Vergangenheit verhaftet ist", betonte Warner, der die Grundsatzrede des Parteitags hielt. Amerika könne sich nicht vier weitere Jahre von explodierenden Etatdefiziten, monatlichen Ausgaben von zehn Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) im Irak und Untätigkeit im Kampf gegen die globale Erwärmung leisten.

McCain würde keine andere Politik als Bush betreiben, lautet die demokratische Botschaft, Quelle: AP

McCain würde keine andere Politik als Bush betreiben, lautet die demokratische Botschaft

Der Abgeordnete Dennis Kucinich riss mit einer kämpferischen Rede die rund 5000 Delegierten in der Sporthalle mit. Seit dem Amtsantritt Bushs hätten die Ölkonzerne, die Kriegsindustrie und die Neokonservativen die Macht in Washington übernommen. Millionen Amerikaner hätten ihre Arbeitsplätze verloren, ihre Häuser und ihre Krankenversicherung. "Amerika, wach auf!", rief Kucinich den begeisterten Delegierten zu.

Die offizielle Wahl zum Präsidentschaftskandidaten war am Mittwoch geplant. Am Donnerstag will Obama dann vor 75.000 Menschen die Kandidatur annehmen und seine Anhänger auf die Präsidentschaftswahl am 4. November einschwören. Der republikanische Kandidat John McCain wird in der nächsten Woche in Minneapolis offiziell gekürt.

Vergiftete Komplimente

John Mccain, Quelle: AP

John Mccain

Dessen Team nutzte Clintons Rede für Angriffe auf Obama. Clinton habe in ihrer Ansprache nicht gesagt, dass Obama reif dafür sei, Oberkommandierender der Streitkräfte zu werden, betonte McCains Wahlkampfteam. Während ihres Vorwahlkampfes habe sie immer wieder betont, dass Obama noch nicht für das Präsidentenamt bereit sei. Der ehemalige republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sagte: "Barack Obama ist eine charmante und anständige Persönlichkeit mit einer liebenswerten Familie, aber er ist nicht bereit für die Präsidentschaft."

Nach der Festnahme von drei bewaffneten Männern am Stadtrand von Denver gaben die Behörden am Dienstag Entwarnung. Von den inhaftierten Personen sei keine "echte Bedrohung" für den Obama ausgegangen, teilte Staatsanwalt Troy Eid am Dienstag in Denver mit. Bei den Festgenommenen handle es sich um Drogensüchtige, die zu einem Attentat nicht in der Lage gewesen wären. (stu)

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