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Aktuell Nahost

Hilfskonvoi für syrische Stadt Daraja abgewiesen

Die Bevölkerung der syrischen Stadt Daraja muss dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zufolge weiter auf Hilfe warten. Trotz offizieller Genehmigungen sei einem Konvoi die Zufahrt zur Stadt verwehrt worden.

Die gemeinsam mit dem syrischen Roten Halbmond und den Vereinten Nationen (UN) organisierten Lieferungen wären die ersten gewesen, die die Bewohner von Daraja seit mehr als drei Jahren erreicht hätten. Laut UN sind in der Stadt am Rande von Damaskus 4000 Zivilisten eingeschlossen. Wer den Konvoi stoppte, ist noch nicht bekannt. Daraja wird von Rebellen gehalten und von syrischen Regierungstruppen seit November 2012 belagert.

Extreme Lebensumstände in der Stadt

Seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren flohen fast 90 Prozent der einst 80.000 Einwohner aus der Stadt, die nahezu vollständig zerstört ist. Die verbliebenen Bewohner leben unter prekären Bedingungen und leiden unter Mangelernährung.

Nach Angaben der Vereinten Nationen leben in Syrien derzeit rund 486.000 Menschen in von Regierungssoldaten oder Rebellen belagerten Städten und Dörfern. In einige der Orte wurden in den vergangenen Monaten bereits Hilfsgüter geliefert. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, beklagte Mitte April aber Probleme bei der humanitären Versorgung der Bevölkerung und verlangte weitere Hilfen für die notleidenden Menschen.

Unterdessen haben auf einem der blutigsten Schlachtfelder im syrischen Bürgerkrieg die Kämpfe wieder begonnen. Nach einigen Tagen Feuerpause liefern sich Regierungstruppen und Rebellen wieder Gefechte. Kampfjets der Regierung der Regierung flogen Angriffe auf verschiedene Bezirke in Rebellenhand, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte. Demnach beschossen im Gegenzug Aufständische Gebiete, die von Einheiten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kontrolliert werden.

Zuvor hatte das Regime die Waffenruhe für Aleppo nicht noch einmal verlängert. Die Feuerpause war Mitte vergangener Woche von den USA und dem engen Regime-Verbündeten Russland ausgehandelt worden, nachdem eine landesweit geltende Kampfpause immer brüchiger geworden war. Aleppo gilt als das wichtigste Schlachtfeld in dem seit mehr als fünf Jahren andauernden Konflikt. Die Stadt wird teilweise von Einheiten Assads, teils von Rebellengruppen kontrolliert.

Kämpfe flackern wieder auf

Auch in Zentralsyrien gingen die Kämpfe weiter. So eroberten der Beobachtungsstelle zufolge islamistische Rebellen - geführt vom syrischen "Al-Kaida" Ableger, der "Al-Nusra-Front" - das Dorf Al-Sara von Regimetruppen. In dem Dorf an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen den Städten Hama und Homs leben demnach mehrheitlich Alawiten, eine religiöse Minderheit, der auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad angehört. Den Menschenrechtlern zufolge blieb das Schicksal Dutzender gefangen genommener Zivilisten und Soldaten zunächst unklar. Die syrische Luftwaffe habe mindestens 40 Angriffe auf Al-Sara geflogen.

cgn/gri (afp, rtr)