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Aktuell Europa

Hilfskonvoi für Calais-Flüchtlinge in Dover gestoppt

Ein britischer Hilfskonvoi für die Flüchtlingscamps im Norden Frankreichs ist bereits im Hafen von Dover gestoppt worden. Die Weiterfahrt sei auf Antrag der französischen Behörden verhindert worden, so die Organisatoren.

Lediglich ein Lastwagen soll durchgekommen sein. Die meisten der 250 Privatwagen mit Hilfsgütern wurden dagegen am vorgezogenen französischen Grenzposten zurückgewiesen.

Hunderte Menschen, die sich an dem Hilfskonvoi beteiligt hatten, protestierten vor dem Hafeneingang gegen die Blockade. Zudem wurden von Seiten der Organisatoren Proteste vor der französischen Botschaft in London angekündigt.

Überlastung der Polizei

Die Präfekturen der Departements Nord und Pas-de-Calais hatten in der vergangenen Woche die Durchfahrt des Konvois zu den dortigen wilden Flüchtlingslagern untersagt. Im so genannten Camp "Dschungel" in Calais leben bis zu 5000 Flüchtlinge, im Lager von Grande-Synthe mindestens 800. Die Behörden begründeten das Verbot mit einer Überlastung der Polizei. Diese habe durch ihre starke Präsenz bei der Fußball-EM nicht mehr genügend Kapazitäten, um die öffentliche Ordnung in Calais sicherzustellen.

Flüchtlinge wollen weiterhin nach Großbritannien

Unterdessen haben im Hafen von Calais Flüchtlinge versucht, schwimmend auf die Fähren von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. Wegen einer Rettungsaktion musste der Fährverkehr in der Nacht zum Samstag vorübergehend gestoppt werden, wie Rettungskräfte mitteilten. Die Flüchtlinge waren demnach auf dem Weg zu den Verladestegen der Autofähren im Wasser entdeckt worden. Ein Flüchtling erreichte selbst das Ufer, ein zweiter wurde von einem Rettungsboot geborgen.

England Hilfkonvoi für Flüchtlinge in Dover gestoppt Foto: Anthony Devlin/PA

Helfer beladen einen LKW mit Hilfsgütern

An der Rettungsaktion waren Boote von Hafen- und Zollbehörden, Fischkutter, Rettungsschwimmer und ein Helikopter der französischen Marine beteiligt. Der Hafen war eineinhalb Stunden lahmgelegt. Alle Fähren nach England blieben vorerst im Hafen, auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals in Dover mussten Schiffe warten.

Tausende Flüchtlinge campieren seit Jahren in dem Lager bei Calais an der Küste des Ärmelkanals. Ihr Ziel ist es auf Lastwagen oder Fähren nach Großbritannien zu gelangen. Die meisten Bewohner stammen aus Afghanistan und dem Sudan.

cgn/djo (afpe, afp)

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