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Politik

Hilfsfrachter erreicht Hafen in Ägypten

Der Nervenkrieg vor der Küste des Gazastreifens um ein libysches Hilfsschiff für das von Israel abgeriegelte Palästinenser-Gebiet ist anscheinend zu Ende. Der Frachter traf im ägyptischen Hafen Al Arisch ein.

Das Hilfsschiff bei der Beladung im griechischen Hafen Lavrio (Foto: AP)

Das Hilfsschiff bei der Beladung im greichischen Hafen Lavrio

Lange hatte der Frachter "Amalthea" mit Hilfsgütern für den Gazastreifen für Verwirrung gesorgt, wollte er doch unbedingt die israelische Seeblockade brechen. Am Mittwoch (14.07.2010) nahm er schließlich Kurs auf den ägyptischen Hafen Al Arisch. Mehrere Boote der israelischen Marine folgten nach Angaben eines Armeesprechers dem Hilfsschiff in Sichtweite. Israel wollte so verhindern, dass der Frachter doch noch in Richtung des nördlich gelegenen Gazastreifens abdreht. Am Abend traf das Schiff im Hafen von Al Arisch ein.

Nun doch in Al Arisch angekommen

Gaddafi-Sohn und Stiftungschef Saif al-Islam Gaddafi (Archivfoto: dpa)

Gaddafi-Sohn und Stiftungschef Saif al-Islam Gaddafi (Archivbild)

Die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die ägyptischen Behörden und die Organisation Roter Halbmond bereiteten sich darauf vor, die "Amalthea" in Al Arisch in Empfang zu nehmen. An Bord des unter moldawischer Flagge fahrenden Schiffes sind rund 2000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente für die Bevölkerung im Gaza-Streifen. Die Hilfsgüter sollen von Al Arisch aus auf dem Landweg in das Gebiet gebracht werden. Israel hat dem bereits zugestimmt.

Organisiert wurde der Hilfstransport von der Stiftung eines Sohnes des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi. Ein Sprecher der Stiftung hatte erklärt: "Wir wollen niemanden einer Gefahr aussetzen." Nach Informationen der überregionalen arabischen Tageszeitung "Asharq Alawsat" gab es zwischen Israel und der Stiftung indirekte Gespräche über die Beilegung des Konflikts.

Warnungen Israels

Ein junger Palästinenser hält in Gaza Poster des libyschen Präsidenten Gaddafi und dessen Sohnes Saif al-Islam hoch (Foto: AP)

Ein junger Palästinenser demonstriert für die libysche Hilfsaktion

Die "Amalthea" war am Samstag von einem Hafen in Griechenland mit 12 Mann Besatzung und 15 pro-palästinensischen Aktivisten an Bord in See gestochen. Seitdem hatte Israel wiederholt gewarnt, dass es eine Durchbrechung der Seeblockade des Gaza-Streifens nicht tolerieren werde. Mit der Abriegelung will Israel nach eigenen Angaben Waffenschmuggel für die im Gaza-Streifen herrschende radikal-islamische Hamas verhindern.

Ende Mai hatten israelische Streitkräfte in internationalen Gewässern eine Hilfsflotte für die Palästinenser im Gazastreifen gewaltsam gestoppt, dabei wurden acht Türken und ein türkisch-amerikanischer Staatsbürger getötet. Die Militäraktion war international scharf verurteilt worden. Israel hat daraufhin angekündigt, die dreijährige Blockade der Landwege des Gazastreifens lockern zu wollen, nicht jedoch die Abriegelung der Seeseite.

Israelisches Kriegsschiff (Foto: AP)

Israelisches Kriegsschiff

Minister Niebel in Ägypten

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, der zur Zeit in Ägypten besucht, sagte nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Ahmed Nazif in Kairo, er habe den Eindruck gewonnen, dass auch Ägypten die andauernde Blockade des Gazastreifens inzwischen für kontraproduktiv halte.

"Natürlich hat Ägypten in der Frühphase die Blockade des Gazastreifens mit unterstützt", erklärte der FDP-Politiker. Inzwischen habe sich jedoch die Ansicht durchgesetzt, dass die Blockade auf Dauer der Hamas-Bewegung letztlich mehr Zulauf verschafft. Die Ägypter seien wie er selbst der Meinung, dass die Situation mit dem libyschen Schiff "unglücklich" sei, erklärte Niebel.

Autor: Michael Wehling (dpa,rtr,apn, afp)
Redaktion: Reinhard Kleber

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