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Nahost

Hilfe im Kampf gegen den Terror in Sicht

Die internationale Staatengemeinschaft will dem Jemen beim Kampf gegen den Terrorismus helfen. Dafür verlangt sie aber Reformen in dem verarmten Land. Alles weitere soll eine Geberkonferenz im Februar klären.

Maskierter Kämpfer vor der jemenitischen Flagge (Foto: AP/DW-Grafik)

Der Jemen kann mit neuer internationaler Hilfe rechnen. Auf der Jemen-Konferenz in London am Mittwoch (27.01.2010) kündigten westliche Staaten an, das verarmte Land zwischen Saudi-Arabien und dem Golf von Aden im Kampf gegen Terrorismus und Armut zu unterstützen. Die Probleme des Jemen seien auch eine Bedrohung für den Westen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton.

"Brutstätte des Terrorismus"

Abu Bakr al-Qirbi am 21.01.2010 bei Hillary Clinton (Foto: AP)

Plötzlich im Zentrum der Öffentlichkeit: Jemens Außenminister Abu Bakr al-Qirbi, hier bei Hillary Clinton

Am 22. und 23. Februar werde in der saudiarabischen Hauptstadt Riad eine Geberkonferenz für den Jemen stattfinden, kündigte Großbritanniens Außenminister David Miliband an. Internationale Hilfe für den Jemen sei "wichtig für die Stabilität der Welt", hatte das britische Außenministerium zuvor erklärt. Das Land drohe andernfalls, zu einem gescheiterten Staat zu werden.

Die Konferenz war auf Initiative von Großbritannien einberufen worden. Denn der Jemen machte in jüngster Zeit immer häufiger Schlagzeilen als Operationsgebiet des Terrornetzwerks El Kaida. So soll der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab in einem El-Kaida-Trainingslager im Jemen ausgebildet worden sein. Er hatte am ersten Weihnachtstag 2009 versucht, in den USA ein Flugzeug in die Luft zu sprengen. Der Jemen sei eine "Brutstätte und potenziell sicheres Gebiet für den Terrorismus" hatte der britische Premier Gordon Brown daher gewarnt. 21 westliche und arabische Staaten nahmen an der Konferenz teil.

Flüchtlingshilfe aus Deutschland

Bundesaußenminister Westerwelle im Jemen (Foto: dpa)

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle war im Januar im Jemen

Das Auswärtige Amt in Berlin kündigte an, 500.000 Euro als Hilfe bereitzustellen. Mit dem Geld soll das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Binnenflüchtlingen in der Saada-Region im Norden des Landes helfen. Das Geld solle in Nahrungsmittel, Wasser und medizinische Versorgung fließen, teilt das Amt am Mittwoch in Berlin mit.

Laut UN leben im Jemen mehr als 150.000 Binnenflüchtlinge. Seit Ende vergangenen Jahres geht die Regierung verstärkt gegen schiitische Rebellen im Norden des Landes vor. Für die Hilfe müsse der Jemen jedoch Reformen einleiten, "gerade im Bereich gute Regierungsführung", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP). "Unsere Hilfe ist keine Einbahnstraße".

Geheimdienstbilder aus den USA

Jemenitische Soldaten im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien (Foto: dpa)

Die jemenitische Armee kämpft gegen schiitische Rebellen

Im Kampf gegen die schiitischen Aufständischen im Norden bekommt der Jemen offenbar auch Militärhilfe. Wie die "Washington Post" berichtete, hat US-Präsident Barack Obama eine Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder genehmigt. Dem Bericht zufolge wollen die USA Waffen und Geheimdienstinformationen zur Verfügung stellen sowie dem jemenitischen Militär bei der Ausbildung helfen.

Saudi-Arabien wiederum kündigte unterdessen an, die Kämpfe mit den jemenitischen Aufständischen an der gemeinsamen Grenze einzustellen. Jemen hatte das saudische Militär zur Hilfe gerufen, nachdem die eigene Offensive gegen die Rebellen im Sommer vergangenen Jahres erfolglos geblieben war. Bei den folgenden Kämpfen kamen Tausende Jemeniten und 113 Saudis ums Leben.

Schuldenerlass gefordert

Die jemenitische Regierung begrüßte die internationale Hilfe. Amerikanische Stützpunkte auf jemenitischem Boden, die gegen El Kaida vorgehen könnten, seien aber "unvorstellbar", hatte Außenminister Abubakr al-Kirbi vor dem Treffen dem britischen Sender BBC gesagt.

Außerdem fordert die Regierung in Sanaa, dass dem Jemen Schulden in großem Umfang erlassen werden. Das Land hat Schulden von derzeit sechs Milliarden US-Dollar (4,3 Mrd. Euro) bei internationalen Geldinstituten und ausländischen Kreditgebern. Würde die Hälfe davon erlassen, werde das die finanzielle Position des Landes und seine Währung stärken, sagte der jemenitische Vizeplanungsminister Hischam Scharaf in einem Interview mit der arabischen Tageszeitung "Al-Hayat".

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Ursula Kissel

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