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Aktuell Nahost

Hilfe für Madaja auf dem Weg

Vor einem halben Jahr schnitt die Armee von Syriens Staatschef Assad die Menschen in Madaja von der Außenwelt ab. Tausenden droht der Hungertod. Die herbeigesehnten Hilfslieferungen des Roten Kreuzes sind unterwegs.

An diesem Montag soll es endlich so weit sein, wenn es nach den Vorstellungen des Internationalen Komitess vom Roten Kreuz (IKRK) geht: Ein Konvoi mit 330 Tonnen Nahrung, Medikamenten und Decken sei in der Hauptstadt Damaskus aufgebrochen in das rund 25 Kilometer nordwestlich gelegene Madaja, teilte ein IKRK-Sprecher mit. Tausende Menschen in Hunger und Elend in der eingeschlossenen Stadt sollen erstmals wieder von außen versorgt werden.

Regierungstruppen und deren Verbündete belagern die von Rebellen gehaltene Stadt seit einem halben Jahr. Laut Aktivisten und Hilfsorganisationen starben zahlreiche Bewohner an den Folgen von Unterernährung. Nach UN-Angaben hatte das Regime in Damaskus am Donnerstag Hilfslieferungen an die etwa 40.000 Menschen in Madaja zugestimmt. Ein ursprünglich für Sonntag geplanter Transport hatte laut IKRK "aus logistischen Gründen" wieder verschoben werden müssen.

Laut Pawel Krzysiek, IKRK-Sprecher in dem Bürgerkriegsland, sollten zeitgleich zu der Hilfe für Madaja Transporte in die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens gehen. Außer Nahrungsmitteln will das IKRK "Medizin und Artikel für die medizinische Grundversorgung, chronische Krankheiten, Schwangere und Säuglinge liefern".

Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja hineinbringen. Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilte, starben am Sonntag in Madaja fünf weitere Menschen an den Folgen des Hungers. Bei ihnen handele es sich um einen neunjährigen Jungen und vier Männer von mehr als 45 Jahren.

Mit der Lage in den belagerten syrischen Städten Madaja, Fua und Kafraja befasst sich an diesem Montag auch der UN-Sicherheitsrat. Die Sitzung hinter verschlossenen Türen findet auf Antrag Spaniens und Neuseelands statt. Beschlüsse werden nicht erwartet.

SC/wl (dpa, afpe, ARD)