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Top-Thema – Podcast

Hier werden Autoren gemacht

In Deutschland gibt es ein Institut, an dem das Schreiben von literarischen Texten gelehrt wird. Pro Jahr werden nur 20 Studenten zugelassen. Doch das Studium ist keine Garantie für eine Karriere als Schriftsteller.‎

Ein Gemälde, auf dem ein Mann in einem heruntergekommenen Zimmer im Bett liegt

Im neunzehnten Jahrhundert musste der "arme Poet" im Bett bleiben (Gemälde von Carl Spitzweg)

Nachdem Jörn Dege sein Mathematik- und Philosophiestudium beendet hatte, wollte er etwas Neues machen. Er bewarb sich mit 20 Seiten Text beim Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Obwohl er noch nie etwas veröffentlicht hatte, erhielt er einen der 20 Studienplätze – und das bei 600 Bewerbern. Seitdem besucht der 26-Jährige Vorlesungen in Literaturgeschichte oder bekommt Tipps für den Alltag eines freischaffenden Schriftstellers.

Aus dem Institut sind schon einige bekannte Autoren hervorgegangen. "Da gibt es Juli Zeh, Clemens Mayer oder Tobias Hülswitt", zählt der Geschäftsführer Claudius Nießen auf. Er weist seine Studenten aber auch darauf hin, dass man durch das Studium nicht automatisch zum Schriftsteller wird. Darüber sind sich die Studenten im Klaren. Nebenjobs oder ein zweites Studium sind deshalb völlig normal.

Im Zentrum des Studiums stehen die Texte der Studenten. Sie werden in Workshops von den Kommilitonen besprochen. Jörn Dege sieht in den Gesprächen mit den anderen eine große Chance für seine Weiterentwicklung. Sein Kommilitone Andreas Stichmann dagegen glaubt, dass das Institut überschätzt wird: "Man sitzt im Seminar und bespricht mit 20 Leuten den Text. Beeinflussen tut mich das nicht."

Und was meinen die Verleger? Michael Faber, Leiter des Leipziger Verlages Faber & Faber sagt: "Auf Grund der Tatsache, dass (…) beträchtliche Talente aus dem Literaturbetrieb hervorgegangen sind, hat sich die Aufmerksamkeit (…) erhöht." Verleger und Lektoren würden jetzt selbst auf das Institut zugehen. Die Chancen auf eine Schriftstellerkarriere stehen also gut, wenn man es erst einmal bis zum Literaturinstitut geschafft hat. Dann muss man nur noch durchhalten und den Nerv der Zeit treffen.

Glossar

literarisch – so, dass etwas zur Literatur zählt (z.B. Romane, Gedichte, Erzählungen usw.)

jemanden zulassen – hier: jemandem einen Studienplatz geben

Vorlesung, die – eine Veranstaltung an der Universität, bei der ein Professor einen Vortrag hält

freischaffend – so, dass man keinen festen Arbeitgeber hat; selbstständig

aus etwas hervorgehen – aus etwas entstehen; von etwas kommen

jemanden auf etwas hinweisen – jemanden auf etwas aufmerksam machen

sich über etwas im Klaren sein – etwas genau wissen

Nebenjob, der – ein Job, mit dem man ein wenig Geld verdienen kann

Kommilitone, der / Kommilitonin, die – der/die Mitstudent/in

etwas besprechen – über etwas sprechen

etwas überschätzen – zu viel von etwas erwarten; etwas zu gut bewerten

Beeinflussen tut mich das nicht. – umgangssprachlich: Das beeinflusst mich nicht.

Verleger/in, der/die – jemand, der Bücher veröffentlicht

beträchtlich – ziemlich groß

Lektor/in, der/die – jemand, der in einem Verlag für die Auswahl und Korrektur von Büchern zuständig ist

auf jemanden zugehen – hier: jemanden kontaktieren; mit jemandem Kontakt aufnehmen

durchhalten – Geduld haben und mit einer Sache weitermachen

den Nerv der Zeit treffen – hier: über ein Thema schreiben, das aktuell viele Menschen interessiert

Fragen zum Text

1. Welches Ziel hat das Studium am Literaturinstitut in Leipzig?

a) Die Studenten sollen möglichst viele Nebenjobs bekommen.

b) Die Studenten sollen eigene Texte schreiben und über Literatur sprechen.

c) Jeder Student soll mindestens 20 Seiten Text veröffentlichen.

2. Welche Aussage ist falsch?

a) Die Verlage interessieren sich nicht für die Autoren aus dem Institut.

b) Die Studenten haben oft einen Nebenjob oder ein Zweitstudium.

c) Die Zulassung zum Studium ist schwer, weil nur wenige Bewerber akzeptiert werden.

3. Alle werden darauf …, dass sie nicht automatisch zu Schriftstellern werden.

a) hingewiesen

b) im Klaren sein

c) zugehen

4. Die Texte der Studenten werden von allen Kommilitonen …

a) besprechen

b) besprachen

c) besprochen

5. Wie lautet dieser Satz im Passiv: "Im Studium liest und schreibt man viel."

a) Im Studium werden viele gelesen und geschrieben.

b) Im Studium wird viel gelesen und geschrieben.

c) Im Studium wird er viel lesen und schreiben.

Arbeitsauftrag:

Setzen Sie folgende Substantive in die richtigen Lücken: Nebenjob, Karriere, Zulassung, Kommilitonen, Vorlesungen

Um studieren zu können, braucht man zunächst eine __________. Während des Studiums besucht man __________ und Seminare. Wenn man Fragen hat, kann man zum Beispiel die Professoren, aber auch die __________ fragen. Viele Studenten haben zusätzlich zum Studium auch einen __________, um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen. Ob sie später __________ machen und Erfolg haben, wissen die meisten nicht. Das Leben als Student ist eben nicht einfach!

Autorin: Annegret Faber / Shirin Kasraeian

Redaktion: Ingo Pickel

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