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Wirtschaft

Hier ein bisschen, da ein bisschen

In der vergangenen Woche konnten sich die Kurse an der Frankfurter Börse leicht erholen. Besonders viel los war dabei aber nicht.

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Deutsche Unternehmen hängen zu sehr am Tropf der Banken

"Am Zertifikate- und Aktienmarkt in Deutschland herrschte diese Woche gähnende Langeweile", kommentierte das Handelshaus Spütz wenig begeistert den Handelsverlauf. Es habe keine spektakulären Wirtschaftsdaten diesseits und jenseits des Atlantiks gegeben.

Eine Ausnahme waren lediglich die Arbeitsmarktdaten aus den USA am Donnerstag (21.11.). Dort waren die Anträge auf Arbeitslosenhilfe kräftig gesunken. Sie sanken nach den Daten des US-Arbeitsministeriums in der vergangenen Woche um 25.000 auf 376.000. Mit dem Rückgang hatten die meisten Volkswirte nicht gerechnet, insofern eine gute Nachricht.

An den deutschen Aktienmärkten sorgten die Zahlen für zumindest einen Funken Optimismus, nachdem zuletzt Institute und internationale Organisationen wie die OECD ihre Wirtschaftsprognosen deutlich zurückgenommen hatten. Dazu ist der Irak-Krieg zumindest derzeit wieder etwas vom Horizont der Anleger verschwunden, zusammen mit den damit verbundenen Risiken wie einem steigenden Ölpreis.

Anzeichen von Erholung

Der DAX konnte sich folglich im Wochenverlauf an die Marke von 3.300 Punkten heranrobben. Vor allem die Versicherer unter den 100 größten deutschen Aktien legten zu: Im Durchschnitt gewannen sie mehr als 7 Prozent. Die Allianz Aktie stieg deutlich über 100 Euro, obwohl die führende Kreditbewertungs-Agentur Moody's nach den schwachen Quartalszahlen des Finanzkonzerns am Dienstag ihren Ausblick für die Bewertung der Allianz-Gruppe auf 'negativ' gesenkt hatte. Auch die Münchener Rück lag klar im Plus - ein schwacher Trost für die Anleger, da die beiden Werte in den vergangen Monaten schwer abgestürzt waren.

Die deutschen Software- und Technologietitel konnten sogar durchschnittlich um über 8 Prozent zulegen. Auch hier keimt wieder Hoffnung auf - unterstützt auch durch Studien wie von der Investmentbank Merrill Lynch, die darauf hinweist, dass die 100 größten deutschen Unternehmen an der Börse zusammen gerade einmal etwa soviel wert sind, wie die beiden US-Giganten General Electric und Microsoft.

Die Merrill-Analysten sehen den deutschen Finanzsektor vor tiefen Umbrüchen. Die deutschen Unternehmen seien viel zu stark von den Banken abhängig. In Deutschland kämen die Bankkredite an Firmen auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in den USA aber nur auf 13 Prozent. Es sei nötig, die Unternehmen unabhängiger vom Bankkapital zu machen. Das sei kurzfristig schmerzlich, würde aber auf lange Sicht deren Wert erhöhen.

Für Verwirrung sorgte die Bundesregierungen mit ihren Plänen für eine direkte Steuer auf Aktiengewinne. Sehr zum Verdruss der Anleger, die sich aber zumindest in dieser Woche das Kaufen dadurch nicht vermiesen ließen. Zusammen mit den schlechten Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland könnte aber in den nächsten Wochen die derzeitige Blüte an den Aktienmärkten schnell wieder verwelken.