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Deutschland

Heynckes auf dem Fußball-Olymp

Trainer Jupp Heynckes schenkt sich und dem FC Bayern den bedeutendsten Titel im europäischen Vereinsfußball. Seinen Abschied aus München toppt er nun mit dem Triple. Geplant war das alles nicht.

Arbeiten wollte Jupp Heynckes schon länger nicht mehr. Zeit seiner Laufbahn hatte er sich "geschworen, mit 60 nicht mehr auf der Bank zu sitzen." Nun feiert Heynckes mit 68 Jahren als Trainer von Bayern München den größten Erfolg, den man im europäischen Vereinsfußball erreichen kann - den Gewinn der Champions League. Damit ist er einer von nur vier Trainern, die den Pokal in der Königsklasse des europäischen Fußballs mit einem zweiten Verein gewinnen konnten. Dem Triumph mit den Bayern zum Ausklang seiner Karriere ging 15 Jahre zuvor der Champions-League-Erfolg mit Real Madrid voraus.

Zuvor hatte Heynckes seinen insgesamt siebten deutschen Meistertitel geholt, vier gewann er als Spieler, drei als Trainer. Dank des Triumphes im DFB-Pokal-Finale gegen Stuttgart hat er nun auch das bayerische Triple perfekt gemacht. Den FC Bayern wird Heynckes definitiv verlassen, sein Nachfolger steht mit dem spanischen Trainer Pep Guardiola schon fest. Ob Heynckes damit allerdings auch seine grandiose Kariere beenden wird, ließ er bisher immer offen. Sein schelmisches Grinsen bei der Frage nach der Zukunft lässt allerdings vermuten, dass Heynckes immer noch nicht als Ruheständler die Beine hochlegen möchte.

Vom Stürmer zum Trainer

Die Meistermannschaft Borussia Mönchengladbach 1975 (Foto: picture alliance/Sven Simon)

Jupp Heynckes (h.l.) feiert 1975 die deutsche Meisterschaft mit Borussia Mönchengladbach

Als Profi und später als Trainer bestritt er über 1000 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse. Josef Heynckes, genannt Jupp, wurde in Mönchengladbach geboren, daher ist die Borussia auch "sein" Verein. Schon als Jugendlicher spielte er für Mönchengladbach, ab 1965 dann in der Bundesliga. In den 1970er Jahren erlebte der torgefährliche Stürmer die erfolgreichste Zeit am Bökelberg: Er gewann mit der "Fohlenelf" vier deutsche Meisterschaften, 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Pokal. Insgesamt schoss er 243 Tore, zweimal wurde er Torschützenkönig. Mit der Nationalmannschaft gewann er 1972 den Europameistertitel in Belgien und 1974 die WM im eigenen Land.

Als Trainer in die Welt

Nach 369 Bundesligapartien beendete Heynckes 1978 seine Spielerlaufbahn - und die Karriere als Coach begann, natürlich in Mönchengladbach. Mit 34 Jahren war er der bis dahin jüngste Cheftrainer der Bundesliga. Der erste Bayern-Ruf ertönte schon 1987. In München gewann er jedoch innerhalb von vier Jahren nur einmal den deutschen Meistertitel und wurde daraufhin entlassen. Uli Hoeneß, der damals noch Manager der Bayern war, bezeichnete die Entscheidung gegen Heynckes später als "größte Fehlentscheidung“ seiner Karriere. Seit dieser Zeit verbindet die beiden Männer eine tiefe Freundschaft, die dazu führte, dass Heynckes noch zweimal als Trainer an die Säbener Straße zurückkehrte.

Jupp Heynckes (l.) und Uli Hoeneß sitzen an einem Biertisch und trinken Bier (Foto: picture alliance/Sven Simon)

Durch dick und dünn: Jupp Heynckes (l.) und Uli Hoeneß verbindet eine Freundschaft

Zunächst aber ging Heynckes ins Ausland - und fand auf der iberischen Halbinsel sein Glück: bei Athletic Bilbao, CD Teneriffa, Real Madrid und Benfica Lissabon. Zurückgekehrt in die Bundesliga arbeitete Heynckes bei Schalke 04 und erneut bei Borussia Mönchengladbach, bevor er 2009 überraschend aus dem Vorruhestand heraus zum Interimscoach bei den Bayern benannt wurde - als Freundschaftsdienst für Uli Hoeneß, der mittlerweile Präsident geworden war.

Immer wieder die Bayern

Nach einem kurzem Abstecher bei Bayer Leverkusen unterschrieb Heynckes 2011 erneut einen Zweijahres-Vertrag in München. In dieser Zeit formte der Coach die erfolgreichste Bayern-Mannschaft der Vereinsgeschichte, die in der abgelaufenen Saison 2012/2013 von Rekord zu Rekord eilte. Mit der deutschen Meisterschaft, dem Gewinn der Champions League und mit dem DFB-Pokalsieg hinterlässt Heynckes seinem Nachfolger Guardiola ein denkbar schweres Erbe. Denn besser geht es nicht. Vielleicht ist das doch kein schlechter Zeitpunkt, um nun endgültig in Rente zu gehen - auch wenn man bei Heynckes nie weiß...

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