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Kultur

"Hexenbesen" in luftiger Höhe

Um die Mistel ranken sich viele Geheimnisse. Ob als Heilpflanze, Geisterabwehr oder Sitz von Kobolden – im Volksglauben sind die Hexenbesen schon lang für ihre geheimnisvollen Kräfte bekannt.

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Der griechische Arzt Hippokrates wusste sie ebenso als Arznei zu schätzen wie der Naturforscher Theophrast. "Omnia sanatem" - die alles Heilende - wurde sie vom römischen Schriftsteller Plinius genannt - die immergrüne Pflanze, die büschelweise einem Vogelnest gleich zwischen dem Baumgeäst wächst. Stehen Pappel, Birke, Weide, Robinie oder Apfelbaum im Winter ohne Blätter da, dann sind diese lederblättrigen "Baumgeister" in Kugelform weithin sichtbar. In der Advents- und Weihnachtszeit sind sie auch als Dekoration beliebt.

Eine Pflanze mit Zauberkräften

Die Pflanze spielt seit Urzeiten im Volksglauben eine besondere Rolle, weil Misteln über geheimnisvolle Kräfte verfügen sollen. Schon früher waren sie in der Medizin gebräuchlich. Pfarrer Kneipp empfahl sie gegen hohen Blutdruck, der französische Arzt Gaulthier wollte das Immunsystem des Menschen mit Mistelextrakt stärken. Die Volksmedizin schwor darauf, dass das ewige Grün im Baumwipfel ein unermüdlicher Kraftspender sei sowie gegen Verkalkung und Schwindel helfen könne. Wegen ihres großen gesundheitlichen Nutzens wurde sie auch Gutheil genannt.

Die Lebensumstände der Mistel sind indes merkwürdig: Die Pflanze ist nämlich allein nicht lebensfähig. Misteln brauchen Bäume als Partner, auf denen sie ihre Wurzeln zapfenartig ins Holz absenken und in luftiger Höhe Wasser mit Mineralstoffen tanken. Allein würden Misteln rasch verdorren. Das Leben hoch oben in der Baumkrone hat einen guten Grund: Dort gibt es das meiste Licht, was die Pflanze zur Photosynthese benötigt.

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