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Sprachbar

Heute schon getröstet?

Trost gibt Halt und Zuversicht und lässt das Grau im Leben weniger grau erscheinen. Worte, Gesten oder einfach nur ein netter Blick können trösten – doch leider nicht immer über alles hinwegtrösten.

Ein ganzes Leben begleitet uns der Trost. Der kleine Junge rennt, stolpert und schlägt sich das Knie auf. Was passiert? Er weint, läuft zu seiner Mutter – und sie tröstet ihn. Sie nimmt ihn auf den Schoß, streichelt ihm den Kopf und klebt ihm ein großes Pflaster mit bunten Tierfiguren auf die Wunde. Doch das Pflaster ist nicht das einzige Trostpflaster für ihn – ein weiteres ist das große Eis, das sie dem Kleinen als Belohnung für seine Tapferkeit gibt. Denn ein Indianer kennt ja sprichwörtlich keinen Schmerz.

Die starke Schulter

zwei Pflaster über Kreuz geklebt

Das Trostpflaster für Leib und Seele

Der Begriff Trost ist in seiner Herkunft mit den Wörtern treu und trauen verknüpft. Zuverlässig, stark und innere Festigkeit sind Eigenschaften, die mit diesen Begriffen verbunden sind. Dies mag sich auf die starke Schulter beziehen, an die sich jemand lehnt, der Trost sucht, oder auf die zuverlässige Hilfe in der Not, oder die tröstenden Worte, die einem Unglücklichen helfen, seine innere Stabilität wiederzuerlangen. Getröstet fühlen sich in der Regel alle hinterher, denen Trost gespendet wurde.

Trösten leicht gemacht?

ein Straßenschild mit Sackgassen-Symbol

Manchmal erscheint eine Situation ausweglos

Trost spenden heißt, dem trostbedürftigen Gegenüber mit liebevoller Sorgfalt und Zuwendung zu begegnen.Tröstet man eine Person, so versucht man, sie aus ihrer Niedergeschlagenheit herauszuholen. Das ist nicht selten eine schwierige Aufgabe. Manchmal ist es sogar ganz unmöglich, die Frau, den Mann, das Kind, die Freundin oder wen auch immer aufzurichten, ihn oder sie positiv zu stimmen.

Die Sprache gibt uns die Mittel, Trost zuteil werden zu lassen. Tröstende Worte sollten jedoch nie Floskeln sein! Wem hilft schon ein dahergesagtes "Wird schon wieder!", wenn er oder sie zum Beispiel gerade den Arbeitsplatz verloren hat. Doch nicht nur Worte können trösten: Manchmal bewirkt ein Blick, eine verstehende Geste oder eine Umarmung mehr als tausend Worte.

Die ersten Härten des Lebens

Szenenwechsel: Ein Junge verlässt den Kindergarten und kommt in die Schule. Doch sein bester Freund wird eine andere Schule besuchen. Die beiden müssen sich trennen – und sind untröstlich. Die Eltern sagen: "Sei nicht traurig, du wirst so viele neue Freunde finden." In den Augen der Kinder ist das ein schwacher Trost. Doch die Zeit vergeht und tatsächlich: Sie heilt sprichwörtlich alle Wunden.

Die erste Klassenarbeit wird zurückgegeben. Der Junge ist in Tränen aufgelöst: Er hat die schlechteste Arbeit der Klasse geschrieben. Tröstend legt die Banknachbarin den Arm um ihn, sucht nach Trost bringenden Worten. "Die nächste Arbeit wird bestimmt besser. Wenn du willst, üben wir zusammen."

Trost per Mail

Eine Frau beißt in eine große Tafel Schokolade

Auch ein süßer Trost: Schokolade

Szenenwechsel: Eine Party ist angesagt, alle gehen hin – doch ein Mädchen ist krank. Der Arzt verordnet ihr Bettruhe und sagt: "Zum Trost kann ich dir sagen, dass es nichts Schlimmes ist." Ihre Freundin geht nun ohne sie auf die Party, schickt ihr aber noch per E-Mail eine Trost-Grußkarte als digitales Trostpflaster. Ein magerer Trost – aber nett gemeint.

Nun bleibt der Patientin wohl nichts anderes übrig, als sich mit ihrer Lieblings-Fernsehserie über die verpasste Party hinwegzutrösten. Und dann hat sie da auch noch einen anderen süßen Trost: Sie wird sich ins Bett kuscheln und die Liebesbriefe ihres neuen Freundes wieder und wieder lesen.

Zur Not tröstet man sich selbst

So tröstet sie sich selbst – es gibt also auch die reflexive Form von trösten. So kann man sich zum Beispiel in Gedanken trösten, indem man eine negative Erfahrung oder ein Missgeschick aus einem gewissen Abstand betrachtet und feststellt: Es war ja gar nicht so schlimm.

Die Vertröstung tröstet nicht

Die Freundin der Patientin macht sich hübsch für die Party – nur die Haare sitzen nicht richtig. Vielleicht sollte sie noch kurz zum Frisör gehen? Sie greift zum Hörer, doch sie erhält eine Absage: "Tut mir leid", sagt die Dame im Frisörsalon, "diese Woche haben wir keinen Termin mehr frei." Und sie vertröstet sie auf die folgende Woche: "Dann hätten wir noch ganz viele freie Termine."

Das Spiel ist aus!

Ein holländischer Fußballfan mit einem orangenen Schirm auf dem Kopf schaut traurig

Die Niederlage schmerzt

Szenenwechsel: Es ist die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft. Ob Deutschland wohl in die nächste Runde kommt? … nein, das Spiel ist verloren! Nun muss sich eine ganze Nation gegenseitig Trost spenden. Während die Einen nach dem verlorenen Spiel einfach ins Bett gehen, suchen die Anderen Trost im Alkohol. Doch der redensartlich einzig wahre Trost ist, dass dies nicht die letzte Meisterschaft war. Und außerdem gibt es ja auch noch einen Trostpreis: eine Geldprämie. Das ist schon tröstlich, dies zu wissen.

Dem Trainer wird diese Einstellung aber nicht gefallen. In der Kabine wird nach dem verlorenen Spiel schon das eine oder andere harte Wort fallen: "Ihr seid wohl nicht ganz bei Trost, dass ihr euch damit tröstet 'Die nächste WM kommt bestimmt!'. Wo hattet ihr eure Augen denn bei den Pässen? Habe ich euch denn gar nichts beigebracht? Ich bin unglaublich enttäuscht und untröstlich!"

Abschiedsschmerz

Gräber auf einem Friedhof

Auf dem Friedhof suchen Angehörige Trost

Szenenwechsel: Es ist November, das Wetter ist grau und trostlos. Vierzig Jahre waren sie verheiratet; nun steht die Witwe am Grab ihres verstorbenen Ehemannes. Der Priester spricht ein paar Trostworte. Die alte Dame wird bei Gott Trost suchen – im Gebet hat sie in Krisensituationen immer Trost gefunden. Nächste Woche wird sie das Grab bepflanzen und aus dieser Arbeit auch Trost schöpfen.

Sei es ein magerer, schwacher, großer oder süßer Trost – ein Leben lang schöpfen, spenden, bringen, suchen und finden wir ihn. Und so können wir eigentlich immer alle Krisen im Leben überstehen. Wie tröstlich!

Fragen zum Text

Für den Verlierer bei einem Spiel gibt es keine(n) …

1. Vertröstung.

2. Trostpreis.

3. Trost-Pflaster.

Redet jemand immer und überall laut mit sich selbst, so ist er vielleicht …

1. trostlos.

2. untröstlich.

3. nicht ganz bei Trost.

Das ist ein magerer Trost drückt aus, dass …
1. jemand enttäuscht ist.

2. jemand sich über etwas freut.

3. jemand zu viel getröstet wurde.

Arbeitsauftrag

Was machen Sie, wenn Sie Trost brauchen oder spenden wollen? Essen oder verschenken sie Schokolade? Hören Sie ein bestimmtes Lied? Erstellen Sie eine Liste mit vielen Möglichkeiten des Trosts. Formulieren Sie ganze Sätze.

Autorin: Anne Gassen

Redaktion: Beatrice Warken

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