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Islamismus

Hessen verbietet Salafisten-Verein Almadinah

In der angeschlossenen Moschee hätten Imame zu Hass und Gewalt aufgerufen, sagt Innenminister Peter Beuth. Hauptzweck des islamischen Vereins in Kassel sei nicht religiöser Dialog gewesen, sondern Indoktrination.

Vier Monate nach einer Razzia in der Kasseler Medina-Moschee hat das hessische Innenministerium den islamischen Kulturverein Almadinah verboten. Damit dürfe erstmals im Land ein salafistisch ausgerichteter Verein nicht mehr tätig werden, erklärte die Landesregierung in Wiesbaden.

"Mit dem Vereinsverbot entziehen wir der dschihadistisch-salafistischen Szene in Kassel einen zentralen Radikalisierungsraum", sagte Innenminister Peter Beuth (Archivbild). Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden waren mehrere Besucher der Medina-Moschee nach Syrien gereist. Das Gebetshaus ist mit dem Verein verbunden.

"Radikalisieren und in Kriegsgebiete schicken"

Dort hätten der hauptverantwortliche Imam und ein weiterer Geistlicher fortlaufend salafistische Predigten gehalten und offen zum Heiligen Krieg sowie zur Tötung Andersgläubiger aufgerufen. Im November hatten mehr als 160 Polizisten die Moschee sowie weitere Objekte rund um den Almadinah-Kulturverein durchsucht.

Minister Beuth erklärte weiter, die Vereinigung habe in dem Gebetshaus eine "Plattform für den Austausch und Aufruf zu Hass und Gewalt gegen andere Religionsgruppen, Staaten und Völker sowie allgemein anders denkende Menschen" geboten. Es sei nicht um religiösen Dialog gegangen, vielmehr darum, "insbesondere junge Menschen zu indoktrinieren, zu radikalisieren und am Ende in den Irak oder nach Syrien zu schicken".

Dem Verbot waren laut Innenministerim monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Auch der hessische Verfassungsschutz und das Landeskriminalamt seien daran beteiligt gewesen.

jj/stu (dpa, afp)

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