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Kultur

Herta Müller erhält Solingens "Schärfste Klinge"

Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist für ihre geschliffene Wortwahl und ihr Engagement für öffentliche Belange mit dem Ehrenpreis der Stadt Solingen ausgezeichnet worden.

Die Lebensgeschichte Herta Müllers lege ein beeindruckendes Zeugnis ab vom langjährigen mutigen Aufbegehren gegen die Unterdrückung der sozialistischen Diktatur des Ceausescu-Regimes, sagte Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith am Freitagabend (28.11.) in seiner Festrede. Die Autorin lebte bis 1987 in Rumänien, bevor sie in die Bundesrepublik auswanderte. In ihren Werken thematisiert Herta Müller immer wieder die Folgen der kommunistischen Diktatur in ihrer Heimat. Sie veröffentliche sowohl Lyrik als auch Prosa, darunter die Romane "Reisende auf einem Bein", "Herztier" oder "Heimat ist das, was gesprochen wird".

Müllers Sprachbilder fasse in Worte, was mit Menschen geschieht, denen das freie Denken verboten, die freie Rede unmöglich gemacht wird, so der Bürgermeister weiter. Der Ehrenpreis in Form einer Stahlskultpur wurde der 61-jährigen Autorin im Konzertsaal der Stadt verliehen, Bundestagspräsident Norbert Lammert hielt die Laudatio auf die Preisträgerin. Ihre anschließende Lesung wurde musikalisch vom Klarinetten- und Klezmervirtuosen Giora Feidman untermalt.

Rahmenprogramm im Vorfeld

Cover Atemschaukel Herta Müller

"Atemschaukel" erzählt von der Deportation eines jungen Mannes in ein sowjet-ukrainisches Arbeitslager

Schon im Vorfeld der Verleihung hatte die Stadt ein Rahmenprogramm unter dem Motto "Der Menschenwürde Stimme geben" organisiert, um auf Herta Müllers Werk einzustimmen. Es ein Zitat aus der Nobelvorlesung Herta Müllers: "Ich wünsche mir, ich könnte einen Satz sagen für alle, denen man in Diktaturen alle Tage, bis heute, die Würde nimmt."

Der Name des Ehrenpreises "Schärfste Klinge" leitet sich von dem wichtigsten Handelsprodukt der Stadt ab: Solingens Messer sind weltberühmt. Herta Müller ist die zwölfte Preisträgerin. Vor ihr wurden unter anderem schon Bundespräsident Joachim Gauck und dessen Amtsvorgänger Richard von Weizsäcker, der frühere Staatspräsident des Senegals, Léopold Senghor, der Publizist Alfed Grosser und Jutta Limbach, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, mit der "Schärfsten Klinge" geehrt.

suc/jd/pj (st, dpa)