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Fußball

Herbstmeister Dortmund schwächelt

Tabellenführer Borussia Dortmund musste sich zum Hinrunden-Abschluss in Frankfurt geschlagen geben. Leverkusen spielte nur 2:2 gegen den SC Freiburg. Pleiten gab es für Hannover, Bremen, Köln und St. Pauli.

Frankfurts Patrick Ochs (r) und Dortmunds Shinji Kagawa kämpfen um den Ball (Foto: dpa)

Bayer Leverkusen hat zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde vom Patzer des Spitzenreiters Borussia Dortmund nicht entscheidend profitieren können. 24 Stunden nach Dortmunds 0:1-Niederlage bei Eintracht Frankfurt kamen die Leverkusener am Sonntag (19.12.2010) im Heimspiel gegen den SC Freiburg nur zu einem 2:2 (1:1). Mit 33 Zählern geht Leverkusen punktgleich mit dem Zweiten FSV Mainz 05 in die Winterpause - zehn Punkte hinter dem BVB. Arturo Vidal per Foulelfmeter (16. Minute) und Patrick Helmes (75.) trafen für Bayer, für die starken Freiburger (28 Punkte) waren Jan Rosenthal (24.) und Stefan Reisinger (65.) erfolgreich.

Frankfurts Gekas trifft zum 1:0 gegen Dortmund (Foto: dpa)

Gekas stoppt den BVB

Borussia Dortmund hat die Hinrunden-Bestmarke von Bayern München verpasst. Durch das 0:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt und der ersten Auswärtspleite der Saison schloss der Herbstmeister die Hinserie mit 43 Punkten ab. Die Bayern hatten vor fünf Jahren einen Punkt mehr gesammelt. "Natürlich ist diese Niederlage bitter, dennoch haben wir eine tolle Hinrunde gespielt", sagte Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller. Seine Borussia geht als souveräner Spitzenreiter in die Winterpause. Die beste BVB-Chance in Frankfurt hatte Spielmacher Nuri Sahin, dessen Schuss an die Latte ging. Auf der Gegenseite beschäftigte Toptorjäger Theofanis Gekas immer wieder die Borussen-Defensive. Als fast alle schon mit einem Unentschieden rechneten, schlug der Grieche in der 87. Minute zu und setzte sich mit seinem 14. Treffer alleine an die Spitze der Torschützenliste.

Mainz bleibt dran

Der Mainzer Andre Schürrle (r) jubelt (Foto: dapd)

Andre Schürrle hat schon neun Treffer erzielt

Mainz 05 hat zumindest für 24 Stunden den zweiten Tabellenplatz zurückerobert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel gewann bei Aufsteiger FC St. Pauli mit 4:2 (3:1), kann aber noch von Bayer Leverkusen wieder auf den dritten Rang verdrängt werden. Jung-Nationalspieler André Schürrle mit seinen Saisontreffern acht und neun (11./28. Minute), Adam Szalai (41.) und Marco Caligiuri (83.) sicherten dem FSV einen verdienten Sieg. Matthias Lehmann verkürzte für St. Pauli zwischenzeitlich auf 1:2 (33., Foulelfmeter) bzw. 2:3 (63.). Die Hamburger stecken als 15. weiter in der Abstiegszone fest. "Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht, ganz wenige Zweikämpfe gewonnen und viele einfache Fehler gemacht. Dafür ist Mainz zu gut besetzt, um das nicht auszunutzen", sagte St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski.

Hannover 96 verpasste es durch das 1:3 (0:2) beim 1. FC Nürnberg, sich vorerst auf Platz drei zwei zu schieben. Gegen die Niedersachsen, zuvor fünfmal in Serie siegreich, sorgten Steven Cherundolo mit einem Eigentor (28.), Andreas Wolf (31.) und Julian Schieber (82.) für den fünften Heimsieg der Franken. "Die ersten 45 Minuten waren von unserer Seite schwach, wir haben unglaublich viele Fehler gemacht", ärgerte sich 96-Coach Mirko Slomka. Sein Team, für das Sergio Pinto einen Handelfmeter verwandelte (75.), bleibt aber trotz der Pleite auf den internationalen Rängen.

Raul schießt Köln ab

Schalkes Raul (r) trifft neben dem Kölner Fabrice Ehret zum 1:0 (Foto: dpad)

Raul kommt in Schwung und trifft gegen Köln drei Mal ins Schwarze

Dank Superstar Raul hat Vizemeister Schalke 04 seine Aufholjagd fortgesetzt. Der Spanier führte die Königsblauen mit drei Toren zum 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln. Seine Saisontreffer sieben bis neun erzielte Raul in der 30., 50. und 87. Minute. Nach dem fünften Sieg in den vergangenen sieben Spielen hat das Team von Trainer Felix Magath mit 22 Punkten zumindest wieder die Europa-League-Plätze im Visier. "Von daher haben wir jetzt die Hinrunde einigermaßen erträglich abgeschlossen und können durchaus wieder nach oben schauen", sagte Magath. Köln, ohne die verletzten Stürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic weitgehend harmlos, überwintert in der Abstiegszone.

Werder Bremen wurde derweil nicht nur von Schalke, sondern auch vom 1. FC Kaiserslautern abgehängt. Werder verlor gegen den Aufsteiger zu Hause 1:2 (1:1) und kassierte durch Srdjan Lakic nach 23,6 Sekunden außerdem das schnellste Tor der Saison. Aaron Hunt (34.) gelang per Foulelfmeter der Ausgleich, ehe Lakic (52.) mit seinem elften Saisontor den Lauterer Sieg sicherte. Diesen brachte auch eine Gelb-Rote Karte gegen Alexander Bugera nicht mehr in Gefahr. Bremens Sandro Wagner sah ebenfalls Gelb-Rot (85.). "Wir sind im Abstiegskampf", kommentierte Werder-Chef Klaus Allofs.

Hoffnung für "Wölfe"-Trainer McClaren

Wolfsburger Fans mit dem Transparent 'Abstiegskampf' (Foto: dapd)

Die Wolfsburger Fans setzen ein Zeichen

Eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd dürfte Trainer Steve McClaren vorerst seinen Job beim VfL Wolfsburg gerettet haben. Der Meister von 2009 kam zu einem 2:2 (0:2) gegen 1899 Hoffenheim, nachdem er 75 Minuten lang eine schwache Vorstellung gezeigt und bereits 0:2 hinten gelegen hatte. Diego (75.) und Edin Dzeko (90.+1) retteten Wolfsburg den Punkt. Luiz Gustavo (34.) und Gylfi Sigurdsson (40.) hatten zuvor für die Gäste getroffen. Der Engländer McClaren wird somit auch im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus auf der Bank sitzen. Das bestätigte Manager Dieter Hoeneß. "Für mich gibt es da überhaupt keinen Zweifel. Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben, und das ist ein wichtiges Kriterium", sagte Hoeneß.

Gladbach taumelt weiter

Mönchengladbachs De Camargo (r.) koepft den Treffer zum 1:1 gegen den HSV (Foto: dapd)

De Camargos Ausgleichstreffer reichte Gladbach nicht

Zum Auftakt des 17. Spieltags kassierte Borussia Mönchengladbach am Freitag (17.12.2010) beim 1:2 (0:0) gegen den Hamburger SV die fünfte Niederlage in Folge und muss mit nur zehn Punkten als Tabellenletzter überwintern. Der HSV hingegen beendete vorerst seine Talfahrt nach zuletzt zwei Pleiten. Vor 42.000 Zuschauern im Borussia-Park brachte Eljero Elia (46. Minute) die Gäste in Führung. Igor de Camargo (47.) glich zwar im Gegenzug für die Gladbacher aus. Piotr Trochowski (72.) konnte dann aber den glücklichen Siegtreffer für die Hanseaten erzielen. "Beide Mannschaften waren verunsichert", stellte HSV-Kapitän Heiko Westermann fest. "Wir haben unterm Strich verdient gewonnen", sagte Torhüter Frank Rost. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck muss um seinen Posten bangen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir es noch schaffen", meinte Frontzeck. "Die Mannschaft will immer. An ihr liegt es nicht", betonte er.

Clubs in den Sonntagsspielen unter Zugzwang

Stuttgarts neuer Trainer Bruno Labbadia (Foto: dpa)

Labbadia will gegen die Bayern punkten

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Club FC Bayern München will Cheftrainer Bruno Labbadia ein gelungenes Debüt auf der Bank des VfB Stuttgart feiern. Nach seinem Einstand in der Europa League mit einem 5:1-Sieg gegen Odense BK soll nun gegen den deutschen Rekordmeister die Wende im Abstiegskampf eingeleitet werden. Die Gäste seien am Sonntag (19.12.2010) zwar der Favorit, sagte Labbadia. "Das heißt aber nicht, dass sie gewinnen müssen." Mit den Münchnern, die der VfB zudem am Mittwoch (22.12.2010) im Achtelfinale des DFB-Pokals empfängt, war der frühere Stürmer 1994 deutscher Meister geworden. Doch auch der in dieser Saison zumindest national alles andere als überzeugende FC Bayern braucht unbedingt einen Erfolg, um im Rennen um die Champions-League-Plätze nicht weiter zurückzufallen.

Ebenfalls am Sonntag will Bayer 04 Leverkusen mit einem Sieg gegen den ersatzgeschwächten SC Freiburg seine Position als Nummer zwei in der Bundesliga untermauern. "Wir wollen das Jahr positiv abschließen", sagte Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes. Seine Elf geht gestärkt durch das 1:1 im Europa-League-Spiel gegen Atlético Madrid in die Partie. Verzichten muss Heynckes auf Nationaltorwart René Adler. Bei den Freiburgern fehlt erstmals in dieser Saison Top-Torjäger Papiss Demba Cissé wegen einer Gelb-Sperre. Er schoss mit 13 Toren mehr als die Hälfte aller bisherigen Treffer (23) seines Clubs.

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Stefan Nestler

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