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Aktuell Afrika

Herausforderer räumt Niederlage bei Präsidentenwahlen in Sambia ein

Bei der Präsidentenwahl in Sambia hat der Regierungskandidat denkbar knapp mit nur rund 13.000 Stimmen gewonnen. Sein Herausforderer wittert Wahlbetrug.

Im südafrikanischen Sambia hat der Kandidat der linksorientierten Regierungspartei, Verteidigungsminister Edgar Lungu, die Präsidentenwahl offenbar knapp für sich entschieden. Nach Auszählung von 146 der 150 Wahlbezirke entfielen laut Wahlkommission 47,96 Prozent der Stimmen auf den Kandidaten der regierenden Patriotischen Front (PF) Oppositionsführer Hakainde Hichilema kam auf 47,17 Prozent. Damit erhielt Lungu nur rund 13.000 Stimmen mehr als sein Herausforderer.

Vorwürfe wegen Wahlbetrugs

Hichilema sprach von Wahlbetrug, räumte aber noch vor Bekanntgabe des Endergebnisses seine Niederlage ein. "Wahlbetrug spiegelt nicht den Willen des Volkes wider", sagte Hichilema in der Hauptstadt Lusaka. Obwohl die Auszählung in einer Handvoll Stimmbezirken noch nicht abgeschlossen sei, stehe das "im Vorhinein festgelegte Ergebnis schon fest". Er forderte seine Anhänger auf, dennoch "ruhig" zu bleiben. Seine Partei werde gestärkt in die nächsten Parlamentswahlen 2016 gehen. Die Vorsitzende der Wahklommission, Richterin Ireen Mambilima, wies Vorwürfe des Wahlbetrugs zurück und betonte, alle Schritte der Abstimmung seien unter Einbeziehung aller Parteien geregelt abgelaufen.

Schon nach der Wahl vom Dienstag hatte Hichilema der Wahlkommission Unregelmäßigkeiten und Betrug vorgeworfen. Das Ergebnis war bereits für Mittwoch erwartet worden; die Bekanntgabe wurde aber mehrfach verschoben, nachdem schwere Regenfälle den Transport von Wahlunterlagen in einigen Landesteilen verzögert hatten. Beobachter hatten bei der Abstimmung drei Monate nach dem unerwarteten Tod des Staatschefs Michael Sata mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen Lungus mit Hichilma gerechnet. Der von schottischen Eltern abstammende Interimspräsident Guy Scott, der seit Satas Tod die Amtsgeschäfte führte, durfte bei der Abstimmung nicht antreten, da Vater und Mutter nicht aus Sambia kommen. Der Volkswirt war der erste weiße Präsident Sambias seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964.

Kampf gegen Armut

Der neue Präsident steht vor einer schweren Aufgabe: Obwohl das Land zu den größten Kupferproduzenten der Welt gehört und vergleichsweise ein hohes Wirtschaftswachstum verzeichnet, lebt die Mehrheit der rund 14 Millionen Einwohner in bitterer Armut. Nach Schätzungen der Weltbank müssen 70 Prozent der Sambier mit nur rund einem Euro am Tag auskommen.

cr/gmf (dpa, afp)