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Politik

Hemdsärmeliger Populist

Der Gouverneur eines der kleinsten Staaten der USA will ganz nach oben. Mit Haushaltsdisziplin und liberalen Denkansätzen möchte Howard Dean nach jahrelanger Regierungsarbeit in Vermont nun auch in Washington punkten.

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Howard Dean

Howard Deans erster politischer Erfolg war ein Fahrradweg, der an seinem Haus vorbeiführte. "Da habe ich gemerkt, dass ich etwas bewegen kann", diktiert er den amerikanischen Journalisten in den Block. In Vermont, das mit nur 600.000 Einwohnern zu den kleinsten US-Bundesstaaten gehört, hat er in seinen elf Jahren als Gouverneur einiges bewegt: Ein ausgeglichener Haushalt gehört ebenso zu seiner Bilanz wie ein massiver Ausbau des Gesundheitssystems und die Verringerung der Kriminalitätsraten.

Trotz seiner Erfolge scheint auch der in Yale und New York ausgebildete Arzt um einen Imagewechsel nicht herum zu kommen. Zwar tritt er weiter energisch für eine konservative Haushaltspolitik ein. Gleichzeitig macht er sich jedoch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften stark, befürwortet die Abtreibung und setzt sich für den Umweltschutz ein. Einen "leidenschaftlichen Populisten" meint die US-Zeitung "Washington Post" in ihm zu erkennen. Dean hält dagegen: "Die einzige Chance, als Demokrat den Präsidenten zu schlagen, ist, sich wie ein Demokrat zu verhalten." Dass man ihn als links bezeichne, zeige nur, wie weit das Land nach rechts gerutscht sei.

Politik betreibt Dean eher hemdsärmelig. Kaum eine seiner Wahlkampfreden schreibt er vorher auf, unüberlegte Aussagen sind nicht selten die Folge. Manchmal sei seine Zunge schneller als seine Gedanken, schreibt ein Kolumnist. In Vermont sind die Gedanken letztlich immer beim Wahlvolk angekommen.