Helmut Kohl fordert Schadenersatz in Millionenhöhe | Kultur | DW | 18.11.2015
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Kultur

Helmut Kohl fordert Schadenersatz in Millionenhöhe

Wegen Beschädigung seines politischen Lebenswerks verlangt der Altkanzler von den Autoren des Buches "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" sowie der Verlagsgruppe Random House mindestens fünf Millionen Euro Schadenersatz.

Den Millionenbetrag fordere der ehemalige deutsche Bundeskanzler über seine Anwälte, berichtet "Spiegel Online". Im Bestseller "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" hatte Kohls ehemaliger Ghostwriter Heribert Schwan vertrauliche Äußerungen des Altkanzlers über andere Politiker veröffentlicht. Die Gespräche hatte Kohl vor mehr als zehn Jahren mit Schwan geführt. Auf der Grundlage dieser Interviews schrieb der Journalist dann in Kohls Auftrag dessen Memoiren.

Bevor der vierte und letzte Band erschien, zerstritten sich die beiden jedoch. Daraufhin veröffentlichte Schwan 2014 zusammen mit Tilman Jens das Werk, in dem viele Spitzenpolitiker derb abgekanzelt werden. Mittlerweile ist das Buch in der ursprünglichen Version verboten. Das Oberlandesgericht Köln hatte im Mai die Veröffentlichung von 115 Kohl-Zitaten für unrechtmäßig erklärt.

Heribert Schwan

Heribert Schwan

Kohls Anwälte machen nun geltend, die Veröffentlichung habe das politische Lebenswerk Helmut Kohls sowie seine Freundschaft zu langjährigen Weggefährten beschädigt. Der Justiziar der Verlagsgruppe Random House, Rainer Dresen, nannte die geforderte Summe "nicht seriös". Random House sehe der Klage gelassen entgegen, sagte Dresen dem "Spiegel". In einem Schadenersatzverfahren müssten alle Passagen einzeln daraufhin überprüft werden, ob sie Kohls Persönlichkeitsrechte auch wirklich "besonders schwerwiegend" verletzen. Dies sei aber bisher noch nicht geklärt.

nf/jj (dpa/spon)

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