Hells-Angels-Präsident tot aufgefunden | Aktuell Deutschland | DW | 07.10.2016
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Deutschland

Hells-Angels-Präsident tot aufgefunden

Schon seit längerer Zeit kam es immer wieder zu Machtkämpfen um Reviere zwischen Rockergruppen in Hessen. Jetzt ist der Gießener Hells-Angels-Chef von Unbekannten erschossen worden.

Eine Anwohnerin fand nach Polizeiangaben Aygün Mucuk tot vor dem Clubheim der Rocker im mittelhessischen Wettenberg. Der Leiche des 45-Jährigen wies eine Schussverletzung auf. Ob es einen Schusswechsel gegeben hatte, war unklar. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.

Polizisten untersuchen den Tatort in der Nähe von Gießen(picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Polizisten untersuchen den Tatort in der Nähe von Gießen

Rivalitäten zwischen den traditionellen Hells Angels aus Frankfurt und den türkisch geprägten Hells Angels aus Gießen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Der Machtkampf, bei dem es vor allem um die Gründung einer Ortsgruppe in Gießen gegangen sein soll, hatte vor rund zwei Jahren zu Schüssen vor einem Frankfurter Club mit fünf Verletzten geführt. Am Himmelfahrtstag dieses Jahres fielen mitten auf einem belebten Frankfurter Platz ebenfalls Schüsse.

Opfer einer Rockerfehde? Hells Angels-Mitglied Aygün Mucuk (dpa)

Hells Angels-Präsident Aygün Mucuk

Hintergrund der blutigen Rocker-Fehde mit zwei Schwerverletzten war nach früherer Einschätzung der Ermittler ein Streit zwischen Frankfurter Hells Angels und einem ehemaligen Mitglied. Ein Tatverdächtiger, der rund eine Woche nach den Schüssen gefasst wurde, sitzt seither in Haft. Nach einem anderen Verdächtigen wurde gesucht. Nach Einschätzung des Landeskriminalamts umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Menschen, die vier Gruppen zugeordnet werden. Im Fokus der Ermittler stehen sie vor allem wegen Rauschgiftdelikten und kriminellen Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu.

cgn/stu/mak (afp, dpa)

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