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Aktuell Kultur

Helga Königsdorf mit 75 Jahren gestorben

Sie war eine Physikerin, die Prosa schrieb und erst spät zu ihrer zweiten Berufung fand. Ein Thema beschäftigte die Autorin Helga Königsdorf aus Ostdeutschland besonders: die Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Ihr Lebenslauf war nicht gerade typisch für eine Autorin. Helga Königsdorf studierte Physik, promovierte und habilitierte sich auch in diesem Fach. Sie arbeitete am Mathematischen Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR und leitete unter anderem eine Abteilung für Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. Themen aus der Naturwissenschaft sowie ein Personenarsenal aus diesem Bereich sollten auch ihre erzählerischen Werke prägen.

Helga Königsdorf, 1938 in Gera geboren, publizierte sowohl in der DDR als auch nach 1990 im wiedervereinten Deutschland. Im Alter von 40 Jahren hatte sie ihren ersten Erzählband in Ostdeutschland veröffentlicht. Weitere sollten in den 80er Jahren folgen. In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung, beschäftigte sich die Autorin, die Mitglied der SED gewesen war, intensiv mit ihrer Parteimitgliedschaft.

Auseinandersetzung mit der Stellung der Frau

Später schrieb die Schriftstellerin, die sich in ihren Büchern oft mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft und innerhalb von Beziehungen auseinandergesetzt hat, auch Romane. Unter anderem verknüpfte sie, wie in der Brief-Novelle "Ungelegener Befund", DDR-Zeitgeschichte mit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.

Ihr letztes Lebensjahrzehnt war geprägt von schwerer Krankheit. Helga Königsdorf litt an Parkinson. In ihren Erinnerungen "Landschaft in wechselndem Licht" (2002) sprach sie freimütig über ihre Angst vor dem Tod: "Ich akzeptiere das Sterben nicht. Ich gehe unter Protest. Ich hätte so gerne gesehen, wie es weitergeht". Jetzt ist Helga Königsdorf im Alter von 75 Jahren in Berlin gestorben.

jk/rey (Munzinger/dpa)