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Aktuell Europa

Helfer stirbt bei türkisch-kurdischen Kämpfen

Alle Zeichen deuten auf Frieden? Von wegen: Zwischen der Türkei und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK herrscht noch immer Krieg. Auch Opfer gibt es wieder, diesmal auf besonders tragische Weise.

Kurdische Zivilisten hätten versucht, zwischen den kämpfenden Einheiten zu vermitteln, berichtet die kurdische Nachrichtenseite Dicle. Einer wurde tödlich getroffen, ein zweiter ist verletzt. Die Gefechte begannen, nachdem 15 Armee-Einheiten in der östlichen Provinz Agri stationiert worden waren. Dabei handele es sich um eine Sicherheitsmaßnahme vor den Parlamentswahlen am 7. Juni.

Hubschrauber, Aufklärungsflugzeuge und eine Kommandoeinheit seien in die Region entsandt worden, erklären die türkischen Streitkräfte auf ihrer Website. Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hätten das Militär angegriffen, dabei seien vier Soldaten verletzt worden.

Erdogan nimmt Kurden in Sippenhaft

Präsident Recep Tayyip Erdogan warf pro-kurdischen Politikern vor, vor der Parlamentswahl im Juni politisches Kapital aus den Gefechten schlagen zu wollen. Er sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Anatolien, die Soldaten kämpften gegenwärtig "gegen 25 Terroristen".

Die Kämpfe können den Friedensprozess ernsthaft bedrohen. Der Co-Vorsitzende der türkischen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas, sprach von einer "traurigen und beunruhigenden Entwicklung". Es müsse aufgeklärt werden, was genau passiert sei, sagte er im Fernsehen. Der stellvertretende Ministerpräsident Yalcin Akdogan schrieb bei Twitter von "terroristischen Angriffen".

Öcalans Friedensaufruf

Der inhaftierte PKK-Chef Öcalan hatte Mitte März seinen Aufruf zu einer friedlichen Beilegung des Kurdenkonflikts bekräftigt. Sollte die Türkei einer Reihe von demokratischen Reformen zustimmen, soll die PKK demnach bei einem Parteitag den endgültigen Gewaltverzicht beschließen. Öcalan ging aber nicht so weit, eine sofortige Niederlegung der Waffen zu verlangen.

Die PKK griff 1984 zu den Waffen. Seitdem wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Von der Türkei sowie der Europäischen Union und den USA wird die Gruppe als terroristische Organisation eingestuft. Öcalan sitzt seit 1999 in einem Gefängnis auf einer Insel bei Istanbul. Seit zwei Jahren herrscht im früheren Kampfgebiet in Südostanatolien eine Waffenruhe.

rb/wl (afp, dpa, rtr)