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Flüchtlingskrise

Helfer retten erneut Tausende Bootsflüchtlinge

Auf dem Mittelmeer spielen sich Szenen ab, die private Hilfsorganisationen noch nicht erlebt haben: Innerhalb von 48 Stunden retten sie Tausende Menschen aus Seenot. Wegen des guten Wetters dürften es noch mehr werden.

Innerhalb von 48 Stunden haben private Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer mehrere Tausend Menschen aus völlig überfüllten Booten in Sicherheit gebracht. Alleine am Samstag hätten die Nichtregierungsorganisationen Iuventa Jugend rettet, Moas und Sea-Eye etwa 3000 Flüchtlinge und andere Migranten auf Schlauch- und Holzbooten etwa 20 Meilen von der libyschen Küste entfernt ausgemacht, sagte der Kapitän der Iuventa, Kai Kaltegärtner, der Deutschen Presse-Agentur.

Mittelmeer Küste Libyen Rettungsaktion Flüchtlinge (Reuters/D. Zammit Lupi)

Auf den Booten befinden sich auch Kinder und kleine Babys

Schon am Freitag waren rund 2000 Menschen von mehreren Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus ihren Schlauchbooten gerettet worden. "Das ist so für uns noch nicht da gewesen", sagte Kaltegärtner. "Wir befürchten, dass zum Sonnenaufgang weitere Boote kommen." Das Wetter auf See sei derzeit sehr gut. Zeitweise habe die Iuventa Hunderte Menschen versorgen müssen, die sich noch auf instabilen Booten befanden, weil die Kapazität ihres Bootes erschöpft war. Unter anderem habe ein deutsches Marineschiff den Hilfsorganisationen Flüchtlinge und Migranten abgenommen, um sie ans Festland zu bringen.

Kaum noch Kapazitäten

Ob Menschen starben, war zunächst unklar. "Alle Organisationen sind am absoluten Maximum", sagte Iuventa-Sprecherin Pauline Schmidt. Die NGOs warteten darauf, dass das MRCC - die Seenotrettungsleitstelle für das Mittelmeer in Rom - Schiffe sende, die die Geretteten ans Festland bringen. "Wir sind abhängig davon, dass uns das MRCC ein Schiff sendet, sonst können wir nicht weiter retten und sind handlungsunfähig beziehungsweise gezwungen, die Menschen selber an Land zu bringen und das Rettungsgebiet vollkommen alleine zu lassen", sagte Schmidt.

Bei der Rettungsaktion am Freitag war konnte ein Mann nur noch tot von einem der Schlauchboote geborgen werden. Ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) berichtete auf Twitter von einem weiteren Unglück: Fischer hätten 101 Menschen von einem sinkenden Boot gezogen, fünf seien ertrunken. Wann genau sich dieses Unglück ereignete, war nicht klar. Zwischen Griechenland und Italien war am Samstag ein weiteres Boot in Seenot geraten.

Mittelmeer Küste Libyen Rettungsaktion Flüchtlinge (Reuters/D. Zammit Lupi)

Die völlig überfüllten Boote drohen auf offenem Meer zu kentern

IOM-Angaben sind seit Jahresbeginn bereits fast 800 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Schlepper im Bürgerkriegsland Libyen schicken Flüchtlinge und Migranten oft in nicht seetüchtigen Booten aufs Meer.

rk/fab (dpa, afpd)

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