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Politik

Helfer beklagen zunehmende Gewalt am Hindukusch

Bei Anschlägen in Afghanistan sterben fünf NATO-Soldaten. Nach Angaben von Hilfsorganisationen war der Juli 2008 der blutigste Monat seit dem Ende der Taliban-Herrschaft. Das Pentagon setzt auf eine neue Strategie.

Brennender Tanklastwagen (Quelle: dpa)

Anschlag auf einen ISAF-Tanklastwagen

Bei Bombenexplosionen sind am Freitag (01.08.2008) in Afghanistan insgesamt fünf NATO-Soldaten und eine Zivilperson getötet worden. Die Bomben waren an Straßenrändern versteckt, teilte das Bündnis mit.

Hilfsorganisationen beklagten unterdessen, dass die Gewalt in Afghanistan das größte Ausmaß seit 2001 erreicht habe. Allein im Juli seien mehr als 260 Zivilisten getötet worden – mehr als in irgendeinem anderen Monat seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Das teilte der Zusammenschluss von nationalen und internationalen Hilfsorganisationen in Afghanistan (ACBAR) mit. Die Helfer seien deswegen gezwungen, ihre Arbeit einzuschränken. Insgesamt seien in diesem Jahr 19 Mitarbeiter bei Angriffen auf Hilfsorganisationen getötet worden.

Blutiger Monat Juli

Nach Berechnungen der Hilfsorganisationen kamen in Afghanistan allein im Jahr 2008 bisher etwa 2500 Menschen bei Kämpfen und Anschlägen ums Leben. Darunter seien 1000 Zivilisten gewesen. Den Taliban warfen die Helfer vor, im Süden und Osten des Landes "eine immer entschlossenere, systematische Terrorkampagne mit Drohungen, Entführungen und Ermordungen von Zivilisten" gestartet zu haben. Insgesamt seien zwei Drittel aller getöteten Zivilisten bei Angriffen der Taliban ums Leben gekommen. Aber auch bei NATO-Angriffen würden immer wieder Zivilisten getötet.

Frank-Walter Steinmeier (Quelle: AP)

Besser mit Schutzweste: Frank-Walter Steinmeier im Juli in Afghanistan

ACBAR rief alle Konfliktparteien auf, das Leben von Zivilisten zu schonen. Die NATO räumte ein, dass die Gewalt im Osten Afghanistans seit dem Frühjahr um 40 Prozent zugenommen habe. Dort würden mehr NATO-Soldaten patrouillieren, während gleichzeitig mehr Taliban aus Pakistan einsickerten.

Neue Strategie der USA

Die US-Regierung will mit einer neuen Strategie der Lage Herr werden. "Der Einsatz von Gewalt spielt eine Rolle, aber militärische Anstrengungen, Terroristen zu fangen oder zu töten, werden voraussichtlich Maßnahmen untergeordnet, die örtliche Regierungsbeteiligung und Wirtschaftsprogramme fördern, genauso wie Bemühungen, die Missstände zu verstehen und zu bekämpfen, die oft an der Wurzel von Aufständen liegen", heißt es einem neuen Strategiepapier, das am Donnerstag in Washington vorgestellt wurde.

Das Papier war von Verteidigungsminister Robert Gates gebilligt worden. Er forderte, die notwendigen Lehren für die Kriege in Afghanistan und Irak daraus zu ziehen. Wichtiger als die eigene Kampfkraft sei die Unterstützung für die Partner der USA in den jeweiligen Ländern,

damit diese sich selbst verteidigen könnten. (det)

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