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Zentralafrikanische Republik

Helfer beklagen Gewalteskalation in Zentralafrika

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die brutale, willkürliche Gewalt von Milizen im Osten der Zentralafrikanischen Republik angeprangert. Die Zivilbevölkerung sei angesichts der Gräueltaten traumatisiert.

Zentralafrikanische Republik UN-Kräfte Minusca (picture-alliance/AP Photo/J. Delay)

Die UN-Friedensmission MINUSCA soll die Zentralafrikanische Republik stabilisieren - vorerst bis November 2017

Teams von Ärzte ohne Grenzen hätten verstümmelte Leichen gesehen und seien Zeugen von willkürlichen Hinrichtungen geworden, sagte der stellvertretende Landeskoordinator der Hilfsorganisation, René Colgo. Viele Menschen seien aus ihren Dörfern in die Umgebung geflohen.

In den vergangenen Monaten hätten bewaffnete Gruppen vermehrt einzelne Gemeinden angegriffen. "Die Art des Konflikts ändert sich", sagte die Landeskoordinatorin der Region, Caroline Ducharme. Zivilisten, die ohnehin schon traumatisiert und dem Geschehen hilflos ausgeliefert seien, gerieten ins Kreuzfeuer.

Das Land sei bislang schon "eine der akutesten humanitären Krisen der Welt", erklärte Emmanuel Lampaert, ebenfalls ein Vertreter von Ärzte ohne Grenzen. Derzeit spitze sich die Situation aber weiter zu. Derartige Gewalt habe man "seit dem Höhepunkt des Konflikts im Jahr 2014 nicht mehr gesehen", so Lampaert

US-Sanktionen gegen Anführer verfeindeter Milizen

Die USA verhängten am Mittwoch finanzielle Sanktionen gegen zwei Milizen-Anführer. Nach Angaben der Nachrichtnagentur Reuters wurden die Konten der beiden Männer eingefroren. Die Vereinigten Staaten beschuldigen die verfeindeten Milizen, die Gewaltspirale im Land voranzutreiben.

Die Sanktionen "unterstreichen unsere andauernden Bemühungen, diejenigen, die in der Zentralafrikanischen Republik Gewalt schüren und für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, ins Visier zu nehmen", sagte John E. Smith, Direktor der Stelle für Auslandsvermögen im US-Finanzministerium.

In der Zentralafrikanischen Republik kämpfen seit dem Sturz von Ex-Präsident François Bozize 2013 Milizen der muslimischen Minderheit gegen christliche Streitkräfte. Den Vereinten Nationen zufolge sind in dem Land rund 2,2 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen - fast die Hälfte der Bevölkerung. Zwischen September 2016 und Februar 2017 mussten nach UN-Angaben etwa 100.000 Menschen innerhalb des Landes fliehen.

hk/uh (rtr, dpa)

 

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