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Kultur

Helden bis heute

TV-Nostalgiker aufgepasst! Knight Rider und das A-Team werden auf DVD neu aufgelegt. Für manche aber waren die Serienstars niemals weg. Fanclubs feiern ihre Idole seit 20 Jahren - mit Ausdauer und Clubausweis.

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So sahen Problemlöser 1987 aus

Es ging um Gerechtigkeit. Es ging um Abenteuer und Coolness. Heerscharen von halbgaren Jungs saßen vor den Fernsehern und staunten. Staunten über das sprechende High-Tech-Auto K.I.T.T, staunten über B.A. Baracus, einen ehemaligen Berufscatcher mit Irokesenschnitt und gut zehn Kilo Gold um den Hals.

A-Team, Tennis und Mädchen

A-Team in Aktion

Eine Hälfte vom A-Team in Aktion

Ob New York, Newcastle oder Nettersheim - die beiden US-amerikanischen TV-Serien "Knight Rider" und "A-Team" sorgten in einer kurzen Zeitspanne Mitte der 1980er Jahre für eine flächendeckende Sozialisation der Jugend. Die besten Szenen wurden hinterm Haus nachgespielt, technische Details fachmänisch diskutiert.

Die, die es am tollsten trieben, gründeten eigene kleine Clubs, gaben ihnen mächtig amerikanisch klingende Namen und bastelten an Mitgliedsausweisen. Aber selbst ambitionierte Projekte schlafen irgendwann ein. Schließlich war noch mehr zu entdecken, der Tennisclub verschlang immer mehr Zeit und Mädchen gab es ja auch noch.

Clubgebühr, -ausweis und -treffen

Knight Rider Season

Michael Knight mit einer jungen Dame

Nicht alle hörten auf - es gab noch die Jungs und Mädchen mit dem langen Atem. Jene, die ihre Poster aus dem Jugendzimmer mit ins erste eigene Wohnzimmer herüberretteten. Die tagsüber der Lohnarbeit nachgingen und gehen und abends ihrem Hobby frönen, das längst viel mehr geworden ist als ein Hobby - 20 Jahre nach der deutschen Erstausstrahlung von Knight Rider.

"Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich in aller Welt diese Arbeit für nichts mache", bekennt ein Knight-Rider-Aktivist im Netz. Die Antwort ist simpel: Passion. Wer nach Feierabend anfängt, die eigene Clubzeitung zu layouten oder in Heimarbeit in hundertfach kopiert, der muss leidenschaftlich sein. Schließlich ist ein Fanclub eine ernste Angelegenheit: mit Clubausweis, Clubgebühr und meist jährlichem Clubtreffen.

Provinz international

Knight Rider Fanclub Germany

Homepage des Knight Rider Fanclubs

Fanclubs von Fernsehserien längst vergangener Zeiten kommen aus der Provinz. Ob "Knight Foundation" oder "A-Team Fan Society" (ATFS) - ihre Macher wohnen in Städtchen wie Aschheim, Bexbach oder Rinkerode. Dank des Internets laufen die weltweiten Fäden dann aber auch mal in Preussich Oldendorf zusammen. Hier wohnt Karl-Hermann Horstmann, der 1987 die ATFS gegründet hat. "Wir haben Mitglieder aus Amerika, Australien, Frankreich, der Schweiz, England, Österreich und natürlich Deutschland", schreibt der Ingenieur auf seiner Internetseite.

Das eine 20 Jahre alte Fernsehserie für viele Menschen mitunter immer noch mehr Relevanz besitzt, als reale Geschehnisse, zeigen Zuschriften die Horstmann während der letzten Jahre bekommen hat. Angefangen mit einer Bitte aus Rumänien, das A-Team doch mal mit einem alten PC vorbeizuschicken, bis hin zu Leuten die eine vom A-Team erfundene Anti-Schnarchmaschine haben wollten. "Es ist für mich nach wie vor schwer zu verstehen, dass viele glauben, ich hätte das komplette Team auf Abruf in meiner Garage", sagt Horstmann.

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