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Aktuell Welt

Hektische Krisendiplomatie in Nahost

Angesichts der Eskalation der Gewalt im Gaza-Streifen bemüht sich die Staatengemeinschaft um eine Eindämmung des Konflikts. Ägypten stellt sich auf die Seite der radikalen Hamas. Israel ließ Waffen zeitweise ruhen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sehr besorgt über die Entwicklung. Er verurteilte die palästinensischen Raketenangriffe und forderte Israel gleichzeitig zur Zurückhaltung auf. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor vor "möglicherweise katastrophalen Folgen" einer Eskalation gewarnt.

"Außerordentlich gefährliche Lage"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte am Rande eines Treffens von Außen- und Verteidigungsministern aus fünf EU-Ländern in Paris: "Es ist notwendig, dass jetzt auf Deeskalation gesetzt wird, dass vor allen Dingen besonnen und umsichtig gehandelt wird." Der Außenminister sprach von einer "außerordentlich gefährlichen Lage". Es sei von "großer Bedeutung", dass keine neue "Spirale der Gewalt" entstehe.

Israels Premier Netanjahu (l) und der französische Präsident Hollande bei einem Treffen Ende Oktober in Paris (Foto: AP/dapd)

Israels Premier Netanjahu (l) und der französische Präsident Hollande bei einem Treffen Ende Oktober in Paris

Der französische Präsident Francois Hollande drängte in Telefonaten mit Netanjahu und dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi darauf, alles zu tun, um eine weitere Eskalation im Gaza-Streifen zu verhindern. Auch die USA riefen Ägypten auf, "seinen Einfluss in der Region für eine Deeskalierung zu nutzen". US-Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach den Luftangriffen mit Netanjahu und Mursi gesprochen. Dabei habe Obama seine Unterstützung für das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekundet, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Der Präsident habe die israelische Regierung allerdings auch dazu aufgefordert, zivile Opfer bei dem Militäreinsatz zu vermeiden.

Ägyptens Präsident Mursi (Foto: Getty Images)

Ägyptens Präsident Mursi

Mursi, ein ehemaliges Mitglied der Muslimbruderschaft, hat sich allerdings eindeutig auf die Seite der Hamas gestellt. Zudem reiste Regierungschef Hischam Kandil an diesem Freitag zu einem Solidaritätsbesuch in den Gazastreifen. Israel kündigte kurz vor der Ankunft an, dass für die Zeit des Premierminister-Besuchs die Angriffe gestoppt würden. Doch die Waffenruhe dauerte nicht lang. Da seitens der militanten Palästinenser weiter geschossen wurde, nahm Israel seine Angriffe wieder auf, wie ein Korrespondent der ARD berichtet.

wl/li (ARD, dpa, afp, dapd, rtr)