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Top-Thema – Podcast

Heinrich Heine: Der entlaufene Romantiker

Mit Heine wird man nicht so leicht fertig: Am 17. Februar vor 150 Jahren ist Heinrich Heine gestorben, einer der unbequemsten Dichter Deutschlands. Er lebte die meiste Zeit in Paris.

Das Heinrich-Heine-Denkmal in Düsseldorf

Das Heinrich-Heine-Denkmal auf dem Universitätscampus in Halle

Er gilt als spätromantischer Dichter und als Begründer des modernen Feuilletonismus. Mit seinem heiter ironischen Stil, der spöttisch seine Zeit und seine Zeitgenossen betrachtete, spaltete er die Kritiker. Die einen verehrten seine Lyrik, die anderen kritisierten seine polemischen Schriften. Denn Heinrich Heine nahm gegenüber der Politik in Deutschland kein Blatt vor den Mund.

Heine wurde 1797 als Sohn eines jüdischen Tuchhändlers geboren. Nach einem englischen Geschäftsfreund nannte dieser seinen Erstgeborenen "Harry". In Düsseldorf ging Harry zur Schule und studierte nach einer gescheiterten kaufmännischen Laufbahn Jura in Bonn, Göttingen und Berlin. Doch auch das tat er widerwillig, denn eigentlich war er schon früh davon überzeugt, ein großer Dichter zu werden.

1825 ließ er sich christlich auf den Namen Christian Johann Heinrich taufen, denn er hätte als Jude nicht Jurist werden können. Doch das, so erläutert Joseph Kruse, Leiter des Düsseldorfer Heinrich Heine Instituts, war nicht der einzige Grund. "Die Entscheidung hat auch damit zu tun, dass ein deutscher Schriftsteller aus dem Traditionsbereich der romantischen Literatur diesen eher christlichen Hintergrund brauchte", mutmaßt Kruse.

Noch während Heinrich Heine die Schule besuchte, besetzten die Franzosen das Rheinland. Heine kam so mit der französischen Sprache und Literatur in Kontakt. 1830 ging er ins Exil nach Paris und arbeitete dort als Korrespondent für die "Allgemeine Zeitung" aus Augsburg. Er hatte unter den undemokratischen Zuständen in Deutschland, dem "Land der Eichen und des Stumpfsinns", wie er sagte, gelitten und kehrte nur zu Besuchen in seine Heimat zurück. Dabei entstand 1843 und 1844 sein Epos "Deutschland, ein Wintermärchen", in dem er polemische Kritik an Politik, Kultur und Gesellschaft übte.

Immer wieder wurden Heines Werke in Deutschland zensiert und verboten, vor allem unter den Nationalsozialisten. "Heine hat eine internationale Wirkung, die sehr viel glorreicher und ungebrochener ist, als die Wirkung in Deutschland", erzählt Kruse.

Am 17. Februar 1856 starb Heine in Paris und wurde auf dem Friedhof von Montmartre begraben. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die "Reisebilder" von 1826/27 mit der "Harzreise" und das "Buch der Lieder" mit gesammelten Gedichten, die zum Teil vertont und in viele Sprachen übersetzt wurden.

GLOSSAR:

Feuilleton, das – der kulturelle oder unterhaltende Teil einer Zeitung

spöttisch – sich über jemanden lustig machend

die Kritiker spalten – die Kritiker in Gegner und Befürworter teilen

polemisch – jemanden unsachlich kritisierend / angreifend

kein Blatt vor den Mund nehmen – offen sagen, was man denkt

Laufbahn – hier: die Entwicklung, die jemand im Beruf macht; Karriere

widerwillig – ungern

erläutern – erklären

mutmaßen – vermuten Stumpfsinn, der – Stupidität; Geistlosigkeit

Kritik an etwas üben – etwas kritisieren

glorreich – ruhmvoll

ein Gedicht vertonen – ein Gedicht in Musik setzen

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