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Kultur

Heine-Manuskript mit Adelskritik wiederentdeckt

Unter bislang unbekannten Umständen ist ein 40 Seiten starkes, handgeschriebenes Manuskript von Heinrich Heine wiederentdeckt worden. Der Verlag Hoffmann und Campe stellte den im Juni 1832 geschriebenen Artikel am Mittwoch (15.10.2008) auf der Frankfurter Buchmesse vor. Der Text galt seit über 100 Jahren als verschollen, wie Verlagschef Günter Berg berichtete. Heine hatte den Artikel für die Serie "Französische Zustände" geschrieben, die in der damals größten deutschsprachigen Tageszeitung "Allgemeine Zeitung" erschien. Der neunte und letzte Teil beschäftigt sich mit politischen Unruhen in England, dem blutigen Pariser Juni-Aufstand und dem Hambacher Fest, "gewürzt mit kräftiger Adelskritik".

Aus Angst vor der Zensur habe der Verleger seinerzeit auf den Abdruck verzichtet, berichtete Berg. Was danach mit dem Manuskript passierte, liege weitgehend im Dunkeln. Ende des 19. Jahrhunderts befand sich der Text in Besitz des Industriellen und Sammlers Carl Meinert. Dort konnte ihn der Heine-Forscher Ernst Elster einsehen und für seine Heine-Gesamtausgabe verwenden. Welchen Weg das Manuskript danach nahm, will der Verlag in den kommenden Monaten recherchieren. Danach soll der Text als Faksimile veröffentlicht werden, ergänzt um wissenschaftliche Anmerkungen und die Geschichte der Aufzeichnungen.