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Politik

Heilsamer Dämpfer für den Superstar

Verteidigungsminister zu Guttenberg ist wegen Plagiatsvorwürfen bei seiner Doktorarbeit in Bedrängnis geraten. Damit genügt er, der gerne eine Lanze für "anständiges Verhalten" bricht, seinen eigenen Ansprüchen nicht.

Themenbild Kommentar (Grafik: DW)

Glaubwürdigkeit ist das größte Kapital eines Politikers - wenn sie verloren geht, dann ist die Karriere schnell zu Ende. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der Superstar der deutschen Politik, hat einen Teil seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt. Ganz offensichtlich hat er in seiner Doktorarbeit ganze Passagen anderer Autoren wortwörtlich abgeschrieben, ohne diese als Zitat kenntlich zu machen. Schon in seiner Einleitung bedient sich Guttenberg des Textes einer Passauer Wissenschaftlerin, die nun zu Recht empört ist.

Wer von anderen Korrektheit und Ehrlichkeit einfordert, der muss dies auch selbst vorleben, als Verteidigungsminister zumal. Guttenberg selbst reagierte in der Vergangenheit äußerst empfindlich, wenn ihm Informationen angeblich nicht vollständig vorgelegt wurden - aus diesem Grund ließ er schon ranghohe Mitarbeiter über die Klinge springen.

Nun stellt sich heraus, dass der 39-Jährige es selbst nicht immer so genau nimmt. Und diesmal ist er ganz alleine dafür verantwortlich, dass sein Ruf schaden nehmen könnte, auch wenn er die Plagiatsvorwürfe rasch als "abstrus" zurückgewiesen hat.

Wenn der Pulverdampf sich verzogen hat, könnte es sein, dass die mutmaßlich abgekupferten Passagen in der Doktorarbeit wieder etwas gerade rücken, das aus dem Lot geraten ist: Guttenbergs Popularitätswerte trugen ihn in Höhen, in denen die Luft schon gefährlich dünn wurde. Die Öffentlichkeit hat teils völlig überhöhte Erwartungen an den jungen ehrgeizigen Minister, der zur politischen Projektionsfläche par excellence geworden ist. Nun zeigt sich: Auch Superman kocht nur mit Wasser. Für Guttenberg, dem sein rasanter Aufstieg manches Mal selbst unheimlich war, könnte dieser Dämpfer heilsam sein.

Autorin: Nina Werkhäuser
Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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