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Sport

Heidemanns Medaillenjagd geht weiter

Spätestens seit Peking 2008 kennt die Sportwelt ihren Namen: Britta Heidemann, Olympiasiegerin im Fechten. In London wird sie Zweite. Insgesamt ist es die 14. Medaille in ihrer Karriere.

Britta Heidemann sorgte für die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Spielen in London. Im Degenwettbewerb unterlag sie im Finale der Ukrainerin Jana Schemjakina knapp im sudden death und holte damit Silber. Für Heidemann, die stets bei Großereignissen ihre Topform zu haben scheint, war es nach dem Olympiasieg von Peking eine weiterere Etappe einer beeindruckenden Karriere.

Diplomarbeit über Windkraftindustrie

Sie spricht fließend Chinesisch, spielt Orgel und ist über den Modernen Fünfkampf zum Fechten gekommen: Olympiasiegerin Britta Heidemann. Beim Fechten habe sie sehr schnell herausgefunden, dass auch mentale Stärke, Konzentration und der richtige Fokus eine wichtige Rolle spielen. "Das fand ich sehr interessant." Mentale Stärke muss man mitbringen, wenn man ficht. Konzentration, keine Ablenkung und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. All das hat in Peking wunderbar geklappt.

Die Degen-Fechterin Britta Heidemann freut sich am Mittwoch (13.08.2008) im Deutschen Haus in Peking, China, über die gewonnene Goldmedaille. Foto: Sascha Baumann dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Britta Heidemann Degen-Fechterin

Die 29-Jährige hat einen besonderen Bezug zu China, bereits in der Schule war sie für drei Monate dort, studierte später Regionalwissenschaften Chinas mit dem Schwerpunkt BWL und verfasste ihre Diplomarbeit über die Windkraftindustrie Chinas. Peking waren ihre Olympischen Spiele. Und prompt gewann sie Gold. Jetzt also London – mit ähnlichen Ambitionen. "Mit Gold im Einzel und Silber mit der Mannschaft im Hintergrund habe ich natürlich eine ganz gute Startposition, um das Projekt London etwas entspannter anzugehen. Natürlich mit der richtigen Spannung mit der notwendigen Erwartung, aber einfach unter Umständen einer Leichtigkeit, die sich vorteilig auswirken könnte", sagte Heidemann vor den Spielen in London.

Von Olympiasiegerin zur Botschafterin

Der Leistungssport habe ihr auch in Prüfungssituationen geholfen, sagt sie heute, die Mechanismen seien sehr ähnlich. "Erfolg ist eine Frage der Haltung – Was Sie vom Fechten für das Leben lernen können" ist der Titel des Buches, das sie nach den Olympischen Spielen verfasst hat. Denn mit Drucksituationen und auch mit Niederlagen kennt sich die Degenfechterin gut aus. Auch vor London. Sie unterscheide generell zwischen Druck von außen und Druck, den man sich selber macht, erklärt sie. "Es ist so, dass nach dem Gewinn der Goldmedaille in Peking der Druck gerade von außen sehr hoch ist. Ich selber mache mir natürlich auch den Druck. Es wäre auch falsch, wenn man sich nicht selber auch Erwartungen setzt." Dennoch wisse man nie, wie sich das auswirke. "Ich kann mir aber vorstellen, dass sich das positiv auswirken kann, dass ich schon die Erfolge im Hintergrund habe. Ich hoffe, dass es weiterhin so positiv bleibt." 

Britta Heidemann wird von ihren Teamkollegen in die Luft geworfen. (Foto: AP Photo/Dmitry Lovetsky)

Britta Heidemann würde auch in London am liebsten wieder gefeiert werden

Eine positive Lebenseinstellung bringt sie mit und versucht diese auch an andere weiterzugeben. Neben dem Sport engagiert sie sich unter anderem auch für soziale Projekte. Nach ihrem Olympiasieg geriet sie immer mehr in den medialen Mittelpunkt, wurde zu Talkshows eingeladen und gab viele Interviews. "Ich gebe Fecht-Incentives, ich halte Vorträge über mentale Stärke, Motivation, die richtige Balance und bin viel auch in China als Botschafterin zwischen Deutschland und China unterwegs."

Sportliche Krise 2011

Der Olympiasieg hat die gutaussehende und eloquente Sportlerin berühmt gemacht und Britta Heidemann hat ihre Chance genutzt, um Einfluss zu gewinnen. "Ich vermittle als Sportlerin zwischen den Ländern und trage als Sportlerin vor. Aber das gefällt mir ganz gut, ich habe da mittlerweile eine ganz gute Mischung gefunden, die mich zufriedenstellt."

Kritiker mahnten, dass sie sich zuviel mit anderen Dingen als mit ihrem Sport beschäftigte. Das wirkte sich auch auf ihre Leistungen aus: Im letzten Jahr erreichte sie bei der Weltmeisterschaft in Catania (Sizilien) mit Platz 126 den Tiefpunkt ihrer Karriere. Doch Heidemann kämpfte sich wieder nach oben. Auch wenn die Generalprobe vor London mit Platz zwölf daneben ging, bleibt sie ruhig. Wichtig sei es, bei den Spielen auf den Punkt topfit zu sein. Es sind ihre dritten Olympischen Spiele. Und nach Mannschafts-Silber in Athen 2004, Einzel-Gold in Peking 2008 ist auch in London 2012 wieder alles drin.

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