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Aktuell Asien

Heftiges Nachbeben erschüttert Katastrophengebiet im Himalaya

Nach dem verheerenden Erdbeben in der Himalaya-Region steigt die Zahl der Todesopfer immer weiter an. Zugleich erschütterte ein starkes Nachbeben Nepal und Indien.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Nachbeben eine Stärke von 6,7. Das Zentrum lag demnach in Nepal südlich von Kodari nahe der Grenze zu China in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu rannten die Menschen in Panik ins Freie. Am Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt im Himalaya-Gebirge, kam es zu weiteren Lawinenabgängen. In der indischen Hauptstadt Neu Delhi schwankten die Häuser.

Mehr als 2400 Tote

Am Samstag hatte ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal und die gesamte Himalaya-Region erschüttert und schwere Zerstörungen angerichtet. Da ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht zu überblicken. Die Zahl der Todesopfer steigt immer weiter an. In der Region kamen mindestens 2400 Menschen ums Leben. Nach offiziellen Angaben wurden in Nepal inzwischen 2352 Tote registriert. In Indien kamen mindestens 53 Menschen ums Leben. 17 weitere Tote gab es laut Berichten chinesischer Staatsmedien in Tibet.

In Nepal wurde für die Erdbebengebiete, in denen nach UN-Angaben 6,6 Millionen Menschen leben, der Notstand ausgerufen. Kliniken und Leichenhallen seien überfüllt, Blutkonserven und Medikamente gingen zur Neige, erklärten die Vereinten Nationen. Die Stromversorgung ist weitgehend zusammengebrochen.

Nepal Schweres Nachbeben nach Erdbeben in Kathmamdu

Die meisten Menschen in Katmandu leben derzeit im Freien - aus Angst vor weiteren Nachbeben

Die meisten Menschen in Kathmandu leben derzeit im Freien - auch Verletzte, die in den überfüllten Krankenhäusern keinen Platz mehr fanden. Tausende haben ihre Häuser verloren oder fürchten sich, in die einsturzgefährdeten Gebäude zurückzukehren. Selbst der Präsident Ram Baran Yadaf habe in einem Zelt geschlafen, sagte sein Sprecher in einem lokalen Radio.

Retter arbeiteten teils mit bloßen Händen, um Opfer aus eingestürzten Gebäuden zu befreien. Ganze Straßenzüge und Plätze in Kathmandu liegen in Trümmern. Es fehlt an professionellen Gerätschaften, um Verschüttete zu bergen. In der dichtbesiedelten Stadt mit über 2,5 Millionen Einwohnern zerstörte das Erdbeben auch jahrhundertealte Tempel und Bauwerke. Wie es in vielen abgelegenen Städte und Dörfern in dem Himalaya-Land aussieht, ist noch kaum zu überblicken. Das Dorf Barmak, unter dem das Epizentrum des Bebens lag, sei fast vollständig zerstört, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Internationale Hilfe unterwegs

Unterdessen ist erste internationale Hilfe für das arme asiatische Land angelaufen. Indien hat mehrere Flugzeuge mit Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Wasser und Kommunikationsgeräten geschickt. Auch aus Deutschland haben sich Helfer auf den Weg gemacht. Die internationalen Caritasverbände arbeiten bereits vor Ort - und berichten von großen Problemen. "Der Zugang zu Erdbebenopfern ist vielerorts noch nicht möglich, weil die Straßen blockiert sind. Die Kommunikation ist aufgrund des Stromausfalls schwierig", erklärte der Direktor von Caritas Nepal, Pius Perumana.

Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen

In Deutschland riefen Hilfsorganisationen zu Spenden auf. Care etwa plant, in Nepal bis zu 75.000 Menschen mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, Wasserreinigungstabletten und dem Bau von Latrinen zu unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte der nepalesischen Regierung Hilfe zu.

Merkel habe dem nepalesischen Ministerpräsidenten Sushil Koirala ihr Mitgefühl übermittelt, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin mit. Die Kanzlerin sei bestürzt über das Ausmaß der Naturkatastrophe und die hohe Zahl der Opfer. Die Bundesregierung stehe bereit, nach Kräften zu helfen. Das Technische Hilfswerk (THW) Deutschlands schickt ein Team nach Nepal, wie ein Sprecher der Deutschen Welle mitteilte.

Deutsche Botschaft beschädigt

Bei dem Erdbeben wurde auch die deutsche Botschaft in Kathmandu beschädigt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin ist die Vertretung derzeit nur eingeschränkt arbeitsfähig. Deutschen Touristen in dem Himalaya-Staat rät das Ministerium von Touren in die Erdbebengebiete ab. "Reisenden in Nepal wird geraten, einsturzgefährdete Gebäude zu meiden und Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter sowie ihren Angehörigen aufzunehmen", heißt es in den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.

Tausend Bergsteiger in Not

Am Mount Everest ist eine Rettungsaktion für die etwa 1000 Bergsteiger und Träger angelaufen, die sich nach offiziellen Angaben zum Zeitpunkt des Erdbebens auf dem Berg aufhielten. Im Frühling ist Haupt-Klettersaison an dem 8848 Meter hohen Berg. Mindestens 17 Menschen starben als eine gewaltige Lawine über das Basislager am Mount Everest hinwegfegte. Ein erstes Hilfsflugzeug brachte verletzte Bergsteiger nach Kathmandu.

wl/uh (dpa, afp, rtr)