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Asien

Heftiges Erdbeben in Neuseeland

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat in der Region um Christchurch im Süden Neuseelands für erhebliche Schäden gesorgt. In der Stadt stürzten mehrere Gebäude ein, auch Brücken und Straßen wurden beschädigt.

Straße in Christchurch mit eingestürzten Häusern (Foto: AP)

In Christchurch stürzten etliche Häuser ein

Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,1 ist am Samstag (04.09.2010) in Neuseeland offenbar noch glimpflich verlaufen. Es gab auf der Südinsel zwar schwere Schäden, aber es wurden nur wenige Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. In Christchurch, der mit 400.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Neuseelands, stürzten Häuser ein, das Mobilfunknetz brach zusammen, Straßen waren blockiert, die Gas- und Wasserversorgung war unterbrochen. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben.

Mehrere Nachbeben

Backsteine auf Auto in einer Straße in Christchurch (Foto: AP)

Wegen Einsturzgefahr wurde die Innenstadt von Christchurch gesperrt

Nach dem Hauptbeben kam es noch zu mindestens 20 heftigeren Nachbeben mit Stärken zwischen 3,9 und 5,3, wie der staatliche neuseeländische Geologische Dienst GNS Sciences berichtete. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge rund 30 Kilometer westlich von Christchurch in zehn Kilometern Tiefe. Zuerst war von einem Beben der Stärke 7,4 die Rede, das wurde aber nach einer genaueren Analyse der Daten nach unten korrigiert.

Die Menschen wurden von dem Erdstoß am frühen Samstagmorgen (04.35 Uhr Ortszeit, 18.35 Uhr MESZ) aus dem Schlaf gerissen. Lokale Medien berichteten, viele Straßen seien mit Trümmern übersät. Viele Menschen hätten sich aus Angst vor einem Tsunami in Sicherheit gebracht. Auch seien viele Menschen in ihren beschädigten Häusern eingeschlossen.

Notstand über Christchurch verhängt

Aufgerissenes Erdreich durch das Beben (Foto: AP)

Das Beben riss tiefe Spalten in die Erde

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, rief vier Stunden nach dem Beben den Notstand aus. Er warnte, Nachbeben könnten dazu führen, dass Teile von beschädigten Häusern einstürzten. Einige Gebäude der 400.000 Einwohner zählenden Stadt wurden auch gesperrt, weil ihr Betreten zu unsicher erschien. Soldaten wurden in Alarmbereitschaft versetzt, um im Notfall helfen zu können. Ministerpräsident John Key Carter und Energieminister Gerry Brownlee wollten nach Christchurch fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Bürgermeister Parker sprach von erheblichen Schäden in verschiedenen Teilen der Stadt. Der Internationale Flughafen von Christchurch wurde sicherheitshalber geschlossen. Sechs Brücken in der Region wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt. Die Bahngesellschaft Kiwirail erklärte, 13 Züge, die meisten davon Güterzüge, seien wegen des Bebens gestoppt worden. Einige Gleise seien offenbar beschädigt worden. In Christchurch wurden einige Fälle von Plünderungen bekannt. Die Polizei sperrte bis Sonntag den Innenstadtbereich ab.

Neuseeland liegt in einem Gebiet, wo zwei Erdplatten zusammenstoßen. Deshalb kommt es hier zu mehr als 14.000 Beben pro Jahr, von denen rund 150 zu spüren sind. Bei weniger als zehn im Jahr kommt es zu Schäden. Das letzte große Beben erreichte eine Stärke von 7,8. Es ereignete sich am 16. Juli 2009 in der Region Fiordland auf der Südinsel. Das Beben führte dazu, dass die Südspitze Neuseelands 30 Zentimeter näher an Australien herangeschoben wurde.

Autorin: Annamaria Sigrist (apn, dpa, afp, rtr)
Redaktion: Ulrike Quast