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Regierungsbildung in den USA

Heftiger Streit in Trumps Übergangsteam

Das Team des designierten US-Präsidenten Donald Trump ist Medienberichten zufolge in größeren Turbulenzen. Die intern stattfindenden Machtkämpfe hätten das normale Maß weit überschritten, heißt es.

Video ansehen 02:28

Machtkampf in Trump-Team entbrannt

Die Regierungsbildung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump wird offenbar von heftigem Streit überschattet: Die Gespräche in Trumps Übergangsteam würden "mit gezogenen Messern" geführt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN. Die Zeitung "New York Times" bezeichnete das Verfahren als "chaotisch". Der TV-Sender NBC News zitierte Quellen, wonach innerhalb des Teams "stalinistische Säuberungen" im Gange seien. Damit war insbesondere der plötzliche Rücktritt von Trumps bisherigem Sicherheitsberater Mike Rogers gemeint.

USA Chris Christie (picture alliance/AP Photo/M. Evans)

Gouverneur Christie ist nicht länger Leiter des Teams

Trump ersetzt Teamleiter Christie durch Pence 

Zuvor hatte Trump bereits New Jerseys Gouverneur Chris Christie, der monatelang als Leiter des Übergangsteams gesetzt war, zu einem von mehreren Stellvertretern degradiert. Neuer Teamchef wurde der designierte Vizepräsident Mike Pence. Die "New York Times" berichtete zudem, dass Trump einen weiteren wichtigen Berater für Außen- und Sicherheitspolitik, Matthew Freedman, aus dem Team entfernt habe.

Trump, der seit seinem Wahlsieg keine Pressekonferenz abgehalten hat, wies die Berichte über Zerwürfnisse in seiner Mannschaft über den Kurzbotschaftendienst Twitter zurück. "Ein sehr organisierter Prozess findet statt, in dem ich über das Kabinett und viele andere Positionen entscheide", schrieb der Immobilienmilliardär. "Ich bin der einzige, der weiß, wer die Finalisten sind!"

Pence wollte sich beim Verlassen des Trump Tower nicht zur Regierungsbildung äußern. In Trumps New Yorker Residenz fanden die Gespräche des Übergangsteams statt. Etwa 20 Vertraute beteiligten sich daran, darunter Trumps Ex-Frau Marla Maples und der texanische Senator Ted Cruz. Den zweiten Tag in Folge nahm auch der frühere Chef der Investmentbank Goldman Sachs, Steve Mnuchin, an den Gesprächen teil. Trumps Team bereite derzeit die größte Steuerreform seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan vor, sagte Mnuchin vor Journalisten. Der Ex-Banker wird als künftiger Finanzminister gehandelt.

Rudolph Giuliani (picture-alliance/AP Photo/D. Dovarganes)

Giuliani hat gute Aussichten für den Außenministerposten

Als aussichtsreicher Anwärter auf den Außenministerposten gilt Rudy Giuliani. "Sein Name wurde sehr ernsthaft als Außenminister genannt", sagte Trump-Beraterin Kellyanne Conway dem Sender Fox News. "Es ist ein Job, für den er qualifiziert ist und den er außergewöhnlich gut machen würde." Der frühere New Yorker Bürgermeister Giuliani gilt als einer der engsten Vertrauten von Trump.

Bereits am Sonntag hatte Trump seine ersten wichtigen Personalentscheidungen getroffen. Zum Chefstrategen im Weißen Haus ernannte der 70-Jährige seinen ultrarechten Wahlkampfmanager Stephen Bannon, der ehemalige Chef der rechtskonservativen Nachrichtenseite "Breitbart". Der Parteichef der Republikaner Reince Priebus soll Stabschef werden.

Eliot Cohen, früherer Berater des US-Außenministeriums und zuletzt prominenter Fürsprecher des politischen Quereinsteigers, riet in der "Washington Post", sich von Trumps Team fernzuhalten. Dieser sei zutiefst arrogant und "vergebe Posten wie Lutscher an gute Jungs, statt die besten Talente zu rekrutieren".

mar/hk (afp/dpa)

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