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Aktuell Nahost

Heftige Kämpfe um den Hafen von Aden

Die Lage im Bürgerkriegsland Jemen wird immer verworrener. Extremisten kämpfen mit Regierungstruppen um den Hafen von Aden. Al-Kaida-Dschihadisten steinigen eine angebliche Ehebrecherin.

Regierungstreue Kämpfer im Hafen von Aden (Foto: Getty Images/AFP)

Regierungstreue Kämpfer im Hafen von Aden

Nach heftigen Kämpfen mit mutmaßlichen Dschihadisten haben die Behörden über die Stadt Aden im Süden des Jemen eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Wie die regierungsnahe Agentur sabanews meldet, gilt sie ab sofort zwischen 20.00 Uhr und 05.00 Uhr Ortszeit.

Bewaffnete Gruppe verbreitet Unsicherheit

Vorausgegangen waren schwere Gefechte zwischen Regierungstruppen und einer bewaffneten Gruppe im Hafen von Aden. Bei den Kämpfen wurden nach Angaben von Ärzten mindestens sieben Soldaten und ein Offizier sowie vier militante Kämpfer getötet. In der Hafenstadt herrscht seit Tagen eine Atmosphäre von Angst und Unsicherheit, weil Identität und Zugehörigkeit der Kämpfer der bewaffneten Gruppe nicht zu erkennen ist. Das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere militante Gruppen haben den Hafen häufig für Schmuggelaktivitäten benutzt.

Saudis und Iran in Konflikt involviert

Im Jemen kämpfen Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und deren Verbündete. Die regierungsnahen Einheiten werden durch eine von Saudi-Arabien angeführte sunnitische Militärallianz unterstützt. In dem Konflikt wurden seit März 2015 rund 6000 Menschen getötet und 28.000 verletzt. Die Huthis wurden im Sommer aus Aden vertrieben, kontrollieren aber weiter die Hauptstadt Sanaa.

Am Samstag hatte die Militärallianz eine Mitte Dezember ausgerufene Feuerpause mit den Huthis für beendet erklärt. Es habe zu viele Verstöße gegen die Waffenruhe durch die Huthis gegeben, hieß es zur Begründung. Am 14. Januar sollen die von den UN vermittelten Friedensgespräche für den Jemen wieder aufgenommen werden. Eine erste Verhandlungsrunde war Mitte Dezember in Genf ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Inwieweit sich das Ende der Feuerpause auf die Friedensbemühungen auswirkt, ist unklar.

Al-Kaida steinigt Frau

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP haben Anhänger von Al-Kaida in der von ihr kontrollierten jemenitischen Stadt Mukalla eine angebliche Ehebrecherin gesteinigt. Die Tötung der Frau sei von zahlreichen Einwohnern beobachtet worden, meldete AFP unter Berufung auf einen Augenzeugen. Al-Kaida und auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" nutzen den Konflikt zwischen Regierungstruppen und Huthi-Rebellen, um ihre Positionen im Jemen auszubauen. So wurde Mukalla im April von Al-Kaida erobert.

wl/kle (afp,rtr, ape)