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Politik

Heftige Kämpfe in Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben am Dienstag die schwersten Gefechte seit der Vertreibung der islamischen Milizen stattgefunden. Dabei wurden nach Augenzeugenberichten mindestens zwölf Menschen getötet.

Somalischer Regierungssoldat in Mogadischu (Quelle: AP)

Die somalischen Regierungssoldaten werden nahezu täglich angegriffen

Unter den Opfern sei auch ein vier Jahre altes Kind, hieß es nach Angaben eines Krankenhauses vom Dienstag (20.2.). Mindestens 36 Menschen seien verletzt worden. Hunderte Bewohner Mogadischus flohen am Dienstagmorgen ins Umland der somalischen Hauptstadt. Ärzte warnten, Krankenhäuser seien nicht mehr in der Lage, die zahlreichen Verletzten zu behandeln.

Stecken Islamisten hinter den Angriffen?

Ein brennendes Auto in Mogadischu (Quelle: AP)

Erst am Sonntag hatten Unbekannte eine Autobombe in Mogadischu gezündet

Einwohner von Mogadischu berichteten von Milizen-Angriffen auf den Präsidentenpalast, den Hafen sowie äthiopische und somalische Kasernen in der Nacht zu Dienstag. Die somalische Armee und verbündete äthiopische Soldaten hätten zurückgeschossen.

Dagegen bestritt der stellvertretende Verteidigungsminister Salad Ali Jelle, dass somalische Soldaten an den Gefechten beteiligt gewesen seien. "Terroristen haben uns angegriffen, um Schrecken zu verbreiten. Unsere Soldaten haben nicht geschossen", sagte er. Auch der Bürgermeister von Mogadischu, Mohamud Hassan Ali, machte am Dienstag islamistische Extremisten für die Angriffe verantwortlich.

Fast täglich Angriffe

Die somalische Übergangsregierung hatte im Dezember und im Januar in einer gemeinsamen Offensive mit der äthiopischen Armee die Islamisten aus Mogadischu vertrieben. Seither hat sich die Sicherheitslage in der Stadt zunehmend verschlechtert. Fast täglich gibt es Angriffe auf Stellungen der somalischen Armee und äthiopischen Truppen.

Mehrere islamistische Gruppen hatten in den vergangenen Wochen einen Guerilla-Krieg angekündigt. Das Terror-Netzwerk El Kaida hatte die Somalis wiederholt aufgerufen, gegen die "Ungläubigen" zu kämpfen.

Friedenstruppe noch nicht einsatzbereit

Karte von Somalia mit dem Horn von Afrika und der arabischen Halbinsel

Unterdessen hat die Regierung die Pressefreiheit erheblich eingeschränkt und Rundfunksendern verboten, über Militäroperationen und Flüchtlingsbewegungen zu berichten.

Die somalische Übergangsregierung fordert eine afrikanische Friedenstruppe, um Stabilität in das Land am Horn von Afrika zu bringen. Doch deren Einsatz verzögert sich weiterhin, weil afrikanische Regierungen nicht genügend Truppen zur Verfügung stellen. Seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 herrschen in Somalia Gewalt und Anarchie. (ana)

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