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Aktuell Nahost

Heftige Gefechte in Syrien trotz Waffenruhe

Die von Syriens Regime verkündete Waffenruhe im Bürgerkriegsland hält offenbar nicht mal einen Tag. Rebellen werfen der Armee vor, die Feuerpause für eine Offensive in der umkämpften Stadt Aleppo zu nutzen.

Trotz einer vom Regime einseitig verkündeten

Waffenruhe

hat es im Norden Syriens heftige Kämpfe zwischen Anhängern der Regierung und der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam gegeben. Truppen der Regierung versuchten bei einer Offensive, die letzte Versorgungsroute der Rebellen in der strategisch wichtigen Großstadt Aleppo zu kappen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es, Armee und Verbündete seien nahe an die Strecke herangerückt und hätten sie unter Feuer genommen. Sie sei damit unterbrochen worden. Die russische Luftwaffe habe die Offensive mit heftigen Luftschlägen unterstützt. Rebellen erklärten hingegen, der Angriff der Regimekräfte sei zurückgeschlagen worden. Bei den Gefechten seien mindestens vier Kämpfer von Dschaisch al-Islam getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle unter Berufung auf die von Saudi-Arabien unterstützte Islamistengruppe. In dem von den Regierungstruppen kontrollierten Stadtviertel Sajf al-Daula seien zudem drei Menschen durch Rebellenbeschuss getötet worden.

Umkämpfte Versorgungsstraße nach Aleppo

Aleppo ist zwischen Anhängern der Regierung und der Opposition geteilt. Seit langem versucht die syrische Armee zusammen mit ihren Verbündeten, die für die Rebellen lebenswichtige Route aus der Stadt in Richtung der türkischen Grenze zu kappen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle, die ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien bezieht, kam sie bislang aber nicht so nah an die Straße heran. Sollten die Regimegegner diese Verbindung verlieren, wären die Rebellengebiete Aleppos von der Außenwelt praktisch abgeschnitten.

Syriens Führung hatte am Mittwoch eine einseitige dreitägige Waffenruhe verkündet, die während der Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan bis Freitagabend dauern soll. Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) kündigte an, sie werde sich ebenfalls an die Feuerpause halten, wie die Nachrichtenseite Masar Press meldete. Das Regime habe die Feuerpause nur vorgeschoben, sagte Mahmud al-Schami, ein Aktivist aus Aleppo, der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist ein neues Manöver des Regimes, um Vorteile zu erlangen."

Die Nachrichtenagentur Sana berichtete hingegen, die Regierungskräfte seien gegen "Terroristen" vorgegangen. So bezeichnete Syriens Führung alle Rebellengruppen. Eine anhaltende Waffenruhe gilt als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der ausgesetzten Genfer Friedensgespräche. Im Februar hatten sich die USA und Russland auf einen Waffenstillstand geeinigt, dieser wurde aber immer wieder gebrochen. Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt verließ die Opposition die Friedensgespräche.

pab/gri (afp, dpa)