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Politik

Heftige Überschwemmungen in Nordindien

Nach heftigen Monsunfällen im Norden Indiens gab es die schlimmsten Überflutungen, die Indien seit Jahren erlebt hat. Dabei sind mindestens zwei Millionen Menschen obdachlos geworden.

Bewohner der Millionenstadt Hyderabad sorgen sich um ihre überschwemmten Häuser (Foto: AP)

Bewohner der Millionenstadt Hyderabad sorgen sich um ihre überschwemmten Häuser

Ganze Dörfer, Tempel und ausgedehnte Äcker stehen nach den Überflutungen unter Wasser, nachdem der Ganges und andere Flüsse durch den Monsunregen über die Ufer getreten sind. Schwere Regenfälle ließen zudem den Pegel im Tehri-Staudamm gefährlich ansteigen. Wie die indischen Behörden am Dienstag (22.10.2010) mitteilten, kamen in den Fluten bisher 47 Menschen ums Leben.

Größere Verluste erwartet

Hochwasseropfer liegen in einem Zelt (Foto: AP)

Viele Menschen haben nun kein Obdach mehr

Einige Bundesstaaten befürchten große Verluste bei Baumwoll- und Zuckerrohrernte, gerade auch, weil es - Wetterprognosen zufolge - in der zweiten Wochenhälfte nach der Flut, weitere starke Regenfälle geben wird.

Bereits am Samstag und Sonntag waren bei Überschwemmungen und Erdrutschen mindestens 47 ums Leben gekommen. Allein 24 Menschen starben im Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand, als sie nach heftigem Regen in einstürzenden Häusern verschüttet wurden.

Südasien kämpft mit dem Monsun

Mann trägt Balken über Wasser (Foto: AP)

Die Opfer müssen sich manchmal selbst weiterhelfen

Nach einer Dürre im letzten Jahr wird Indien derzeit von heftigen Regenschauern heimgesucht. In der ersten Septemberhälfte lagen die Niederschläge etwa 22 Prozent über dem Durchschnitt. Die Monsunsaison in Südasien dauert normalerweise von Juni bis Oktober.

Ungewöhnlich heftiger Regen hat im benachbarten Pakistan vor knapp zwei Monaten eine katastrophale Flut ausgelöst. Noch immer steht noch ein Fünftel des Landes unter Wasser.

Wintereinbruch erschwert Hilfe in Pakistan

Reißendes Hochwasser (Foto: AP)

Der Monsunregen hat auch Pakistan schon heimgesucht

Bis heute müssen die Flutopfer dort mit den Auswirkungen der Überschwemmungen kämpfen. Der Wintereinbruch erschwert die Versorgung der Menschen und den Wiederaufbau der Städte. Wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg bekannt gab, hindert der Schneefall die Hubschrauberpiloten der pakistanischen Armee daran, im Nordwesten zu starten.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zu 14 Millionen Flutopfer noch über Monate hinaus auf Hilfe angewiesen sein werden. "Gegenwärtig werden noch zahlreiche Schulgebäude als Notunterkünfte für Flutopfer genutzt", sagte Volker Gerdesmeier von der Diakonie Katastrophenhilfe. Die Straßen seien auf einer Länge von 30.000 Kilometer zerstört, wodurch viele Regionen nicht zugänglich seien, sagte ein Mitarbeiter der Missionsärztlichen Instituts in Würzburg. Allein für das Gesundheitswesen würden 400 Millionen Euro benötigt.

Autor: Mona Hefni (dapd,rtr,epd,kna)
Redaktion: Reinhard Kleber

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