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Haut

Das größte Organ des Menschen ist zugleich eines der empfindlichsten. Ob Umwelteinflüsse, Ernährung oder psychische Probleme – die Haut reagiert häufig unmittelbar. Und wenn dann auch noch die Sonne dazukommt …

Alle Jahre wieder, nein, nicht zur Weihnachtszeit, sondern mitten im Sommer, wenn alle in die Ferien fahren, wird wieder gewarnt: Vor den Gefahren des Zu-lange-in-der-Sonne-Liegens. Weil das der Haut schadet. Aber: Wir müssen auf gesunde Bräune nicht verzichten, denn es gibt für jeden Hauttyp die genau richtige Haut- beziehungsweise Sonnencreme, Sonnenmilch oder Lotion. Unterschiedlich hohe Lichtschutzfaktoren und weiß der Kuckuck was alles noch sorgen dafür, dass die Haut keinen Schaden nimmt.

Was die Haut nicht alles kann

Welche Bedeutung gesunde Haut für unser Wohlergehen hat, können wir den Beipackzetteln der etwas teureren Präparate entnehmen, in denen es sinngemäß heißt: Die Haut besteht aus mehreren Schichten, umgibt uns als Gewebe gänzlich, dient dem Schutz tiefer gelegenen Gewebes und der Organe, reguliert den Wärmehaushalt.

Und: Die Haut atmet. Deshalb sollen wir ja auch nur hautsympathische, ja atmungsaktive Textilien an unsere Haut lassen und ausschließlich Kosmetika – also auch Sonnencremes – verwenden, die auf ihre Hautverträglichkeit dermatologisch getestet und für gut befunden sind. Sorgfältig eingefettet können wir uns jetzt auf die faule Haut legen und uns weitere Gedanken um das Stichwort "Haut" machen.

Von rosiger und rissiger Haut

Wir denken natürlich zuerst an zarte Haut, an gepflegte Haut, jetzt im Sommer an den zarten Duft, der von einem leichten Parfüm über wessen Haut auch immer an unsere schnuppernde Nase weitergeleitet wird. Das kann unter die Haut gehen, das Herz schneller schlagen lassen und jene Gefühle auslösen, die in einem Chanson als "Schmetterlinge im Bauch" besungen werden.

Aber wir wissen es: Es gibt außer der zarten, rosigen, glatten auch die runzlige, schrumpelige, rissige Haut, die kranke Haut, die dann vom Hautarzt oder der -ärztin, in jedem Fall von einem Dermatologen, behandelt werden muss. Fachärztin für Hautkrankheiten steht auf dem Schild an der Praxis. Erschreckend viele Menschen haben Hautprobleme. Neben Allergien sind es Umwelteinflüsse, falsche Ernährung und nicht zuletzt psychische Ursachen, die der Haut zusetzen.

Alles in allem fürchterlich

Welche Bedeutung die Haut für den menschlichen Organismus und für unser Wohlbefinden hat, spiegelt sich in der Sprache wider. Die Redewendungen mit Haut sind überaus zahlreich. Für "alles in allem" oder "mit allem, was drum und dranhängt" sagen wir: "mit Haut und Haaren".

Der harmlos klingende Ausdruck geht auf einen grausamen, bereits im Mittelalter praktizierten Rechtsbrauch zurück. Er bedeutete "Haare und Haut abschlagen". Das Haar am Pranger abschneiden und den nackten Oberkörper mit einem Stock schlagen. In der Haut eines so Bestraften möchte man wahrhaftig nicht stecken.

Warum sich eine Kuhhaut nicht als Sündenverzeichnis eignet

Wesentlich harmloser ist die Geschichte der Redensart "Das geht auf keine Kuhhaut." Sie geht zurück auf eine Erzählung aus dem 13. Jahrhundert. Der Teufel erzählte einem Pfarrer, dass er die Sünden der Gemeindemitglieder auf ein Pergament aufzuschreiben habe. Dieses sei aber zu klein. Der Pfarrer verkündete dies seiner Gemeinde, die große Reue zeigte, so dass der Teufel seine Aufzeichnungen wieder streichen musste.

Nimmt man aber die Sünden der Menschheit zusammen, so die Pointe der Erzählung, sie würden nicht einmal auf eine in der Tat sehr große Kuhhaut passen. Heute steht der Ausdruck "Das geht auf keine Kuhhaut" für "Das ist nicht zu fassen, nicht zu begreifen, unmöglich!" Also zum Beispiel: "Was der für einen Unsinn verzapft, das geht auf keine Kuhhaut." Man könnte auch sagen: "Das ist zum Aus-der-Haut-Fahren!", was bedeutet: Es ist zum Verzweifeln, was dieser Kerl alles daherschwätzt.

Und welche Haut sind Sie?

Das Wort "Haut", mit entsprechenden Adjektiven versehen, steht als Pars pro Toto für den ganzen Menschen, für unterschiedliche Charaktere. So ist die "anständige Haut" eben ein anständiger, zuverlässiger Mensch. Die "arme Haut" ein bedauernswerter, nicht im materiellen Sinne armer Mensch, in dessen Haut man nicht stecken möchte. Die "ehrliche Haut", die "lustige Haut", es versteht sich von selbst, was gemeint ist.

Letztlich kann niemand aus seiner Haut. So wie man/Frau beschaffen sind, so sind sie halt. Der Wunsch, wenn man ganz unzufrieden mit sich ist, manchmal in die Haut eines anderen schlüpfen zu wollen, bleibt ein Wunsch. So, und sie können sich jetzt umdrehen. Die andere Seite muss auch noch eingecremt werden.


Fragen zum Text:

Wie heißt der medizinische Fachausdruck für den Hautarzt?
1. Urologe
2. Gerontologe
3. Dermatologe

Etwas, das nicht zu fassen ist, …
1. geht auf keine Kuhhaut.
2. ist zum Aus-der-Haut-Fahren.
3. ist eine arme Haut.

Geht etwas unter die Haut, so …
1. sollte man sofort zum Hautarzt gehen.
2. löst etwas starke Gefühle aus.
3. bekommt man einen Sonnenbrand.


Arbeitsauftrag:
Manchmal wünschen wir uns, in die Haut eines anderen schlüpfen zu können: Stellen Sie sich vor, Sie könnten für einen Tag mit einer Person Ihrer Wahl tauschen. Beschreiben Sie diesen Tag so, wie Sie sich ihn vorstellen.

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