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Kultur

Hausbau für den guten Zweck

Ein Haus statt einer engen Wohnung: "Habitat for Humanity" heißt eine weltweite Organisation, die Häuser für arme Familien baut. Auch in Washington wurden bereits 100 Häuser errichtet.

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Auch George W. Bush hat bei "Habitat" bereits Hand angelegt

Alexis Smith montiert Küchenschränke, zieht Schrauben fest, legt Regalböden ein. Es ist sehr staubig – doch ihr scheint das gar nichts auszumachen. Alexis ist 24 und eigentlich Architektin. Sie leistet freiwillige Arbeit für Americorps, eine nationale Freiwilligenorganisation, die sich bei "Habitat for Humanity" engagiert.

Die Berufseinsteigerin wollte mehr als nur in einem Büro sitzen und Häuser planen. "Es ist bisher eine so lohnende Erfahrung. Dass man jeden Tag die Fortschritte der Arbeit sieht, die man mit seinen eigenen Händen geschaffen hat. Und es bedeutet für diese Menschen so viel: Es ist das erste Mal, dass sie in in einem eigenen Haus wohnen."

Alexis Smith gehört zu den vielen freiwilligen Helfern, die in Washington für "Habitat for Humanity" Hand anlegen, damit auch für sozialschwache Familien ein eigenes Haus erschwinglich wird. Die Vier-Zimmer-Häuser kosten rund 100.000 Dollar. Normalerweise sind die Preise in Washington mindestens vier Mal so hoch. Dank großzügiger Spenden und Sponsoren können die Häuser günstig verkauft werden. Seit dem Start 1976 wurden weltweit 175.000 Einfamilienhäuser für eine Million Menschen gebaut.

Ein Haus statt Ein-Zimmerwohnung

Die Nachfrage ist auch in Washington groß, erklärt Smith: "Habitat for Humanity" muss aus einem riesigen Berg von Bewerbungen auswählen. "Es ist keine Lotterie, wir schauen auf alle möglichen Kriterien. Ein Kriterium ist Bedürftigkeit. Eine vierköpfige Familie, die in einer heruntergekommenen Ein-Zimmerwohnung lebt, ist bedürftiger als eine Familie, die in einer relativ normalen Wohnung lebt."

Das jährliche Familieneinkommen darf nicht höher als 40.000 Dollar betragen und der Bewerber muss auch gewillt sein, an seinem eigenen Haus Hand anzulegen, mindestens 300 Stunden. Doch das ist das geringste Problem.

Viele Freiwillige, zu wenig Bauland

Die Suche nach Bauplätzen gestaltet sich sehr viel schwieriger. In den Stadtteilen muss oft viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Denn in die Habitat-Häuser ziehen in der Regel nur schwarze Amerikaner ein, weil sie in Washington die sozial Schwächsten sind. "Manchmal möchten einige Familien nicht, dass Habitat-Familien in ihre Nachbarschaft ziehen. Sie haben Angst, dass ihr Haus dadurch an Wert verliert." Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass entweder der Wert gleich bleibt oder sogar steigt.

Die Freiwilligen-Organisation hat einen guten Ruf. Viele großen Firmen unterstützen "Habitat for Humanity". Und aus diesen Unternehmen kommen dann auch wieder viele Freiwillige, die mithelfen. Einen prominenten freiwilligen Helfer hat "Habitat for Humanity" schon seit ihrem Bestehen: den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter.

Auch wenn sich "Habitat for Humanity" vor freiwilligen Helfern kaum retten kann, viele bedürftige Familien suchen noch immer ein eigenes Haus. Es mangelt nicht an Freiwilligen, sondern an bezahlbaren Bauplätzen in Washington D.C.

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