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Aktuell Afrika

Haus von Islamisten in Tunis gestürmt

Nervosität vor den Parlamentswahlen in Tunesien am Sonntag: 70.000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz. In einem Vorort der Hauptstadt endete die Verfolgung militanter Islamisten mit einem Blutbad.

Seit Donnerstag war das Haus im Vorort Qued Ellil von Spezialkräften der Nationalgarde umstellt: "Terroristische Elemente" hätten sich dort verschanzt, erklärte die tunesische Polizeiführung und ließ den Zufluchtsort der Extremisten schließlich stürmen. Bei dem Feuergefecht wurden sechs Menschen getötet.

Nach jüngsten Angaben des Innenministeriums handelt es sich bei den Toten um fünf Frauen und einen Mann. Zwei Kinder wurden demnach bei dem Einsatz verletzt. Die Frauen in dem belagerten Gebäude hätten zuerst geschossen, hieß es von Seiten der Behörden. Am Donnerstag war ein Polizist bei Schusswechseln mit den militanten Islamisten getötet und ein weiterer schwer verletzt worden.

Im Vorfeld der Wahl am Sonntag geht die Staatsmacht verstärkt gegen mutmaßliche Extremisten vor. Die Abstimmung gilt als wichtiger Test für das nordafrikanische Land auf dem Weg zur Demokratie.

Der Arabische Frühling hatte 2011 mit dem Sturz des autokratischen Herrschers Zine el-Abidine Ben Ali seinen Anfang genommen. Seither macht das Land im Maghreb eine schwierige und wechselvolle Entwicklung durch, während andere Staaten der Region wie Syrien zunehmend in Chaos und Bürgerkrieg versinken.

Seit Ende 2011 lösten sich in Tunis drei Übergangsregierungen ab. Die ersten beiden wurden von der konservativ-islamischen Partei Ennahda geführt, die dritte seit März von "unabhängigen" Experten.

Diesmal muss die Ennahda mit starker Konkurrenz durch die weltlicher ausgerichtete Allianz Nidaa Tounes rechnen. Bei unklarem Wahlausgang könnte sich die Regierungsbildung Monate hinziehen. Tunesische Medien gehen davon aus, dass vor dem Amtsantritt einer neuen Regierung noch die Entscheidung bei der Präsidentenwahl Ende November oder Anfang Dezember abgewartet wird.

SC/gri (afpe, APE, rtre, dpa)