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Nahost

Hauptquartier der Hisbollah zerstört

Die israelische Luftwaffe hat am Freitag rund um die Uhr Bombenangriffe gegen Ziele im Libanon geflogen und nach Angaben der Hisbollah-Miliz deren Hauptquartier in Beirut zerstört.

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Bombenkrater in Beirut

Auch das Büro und der Wohnsitz von Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah seien bei dem Angriff getroffen worden, teilte die Miliz mit. Nasrallah und seine Familie seien aber in Sicherheit. Als Reaktion auf den Angriff hat der Chef der Schiiten-Miliz Israel in einer Ansprache den "offenen Krieg" erklärt. Der israelische Innenminister Ronni Bar-On hatte zuvor Nasrallah mit gezielter Tötung gedroht. Hisbollah-Milizen hatten am Mittwoch zwei israelische Soldaten verschleppt. Kampfflugzeuge bombardierten außerdem den Flughafen von Beirut und zerstörten Brücken der Fernstraße nach Damaskus. Im Mittelmeer wurde die Seeblockade aufrecht erhalten.

Trotz zunehmender Kritik aus dem Ausland kündigte die israelische Regierung eine Fortsetzung der Angriffe an. Die Offensive werde bis zur Entwaffnung der Hisbollah-Miliz andauern, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert am Freitag in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Kofi Annan, wie aus seinem Büro verlautete. Ministerpräsident Olmert stelle drei Bedingungen für ein Ende der Offensive, sagte Regierungssprecherin Miri Eisin. Er verlange, das die Hisbollah die beiden im Südlibanon entführten israelischen Soldaten freilasse, dass sie ihre Raketenangriffe einstelle und dass sie die UN-Resolution 1559 erfülle. Die Resolution sieht die Entwaffnung und Auflösung aller libanesischen und nicht-libanesischen Milizen vor.

Raketen mit Reichweite von 70 Kilometern

Luftangriff, Libanon, israelischer Militärschlag

Auch der südliche Libanon war Ziel israelischer Luftangriffe

Bei Luftangriffen auf den schiitischen Süden von Beirut wurden am Freitag fünf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt, wie die libanesische Polizei mitteilte. Damit stieg die Zahl der seit Mittwoch ums Leben gekommenen Libanesen auf 63. Auf israelischer Seite kamen bisher acht Soldaten und vier Zivilpersonen ums Leben, darunter am Freitag eine Mutter und ihr Enkel bei einem Raketenangriff der Hisbollah auf die Stadt Meron.

Der israelische Heereschef Dan Haluz erklärte im israelischen Fernsehen, die Hisbollah verfüge über Raketen von einer Reichweite von mindestens 70 Kilometern. Am Vorabend waren erstmals Raketen in der Stadt Haifa rund 50 Kilometer südlich der libanesischen Grenze niedergegangen.

Veto verhindert Verurteilung Israels

Auch an der zweiten Front zum Gazastreifen setzte Israel seine Offensive fort. Die Luftwaffe griff in der Nacht zum Freitag mehrere Einrichtungen der Hamas-Bewegung an. Auch die Hauptstraße der Stadt Gaza wurde beschädigt. Ein Palästinenser wurde getötet, als eine Panzergranate seinen Lastwagen traf, der sich einem Stützpunkt genähert hatte. Militante Palästinenser feuerten mindestens drei Kassem-Raketen auf die israelische Stadt Sderot ab.

Im Weltsicherheitsrat verhinderten die USA mit ihrem Veto eine Verurteilung der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen. In dem vom Golfstaat Katar eingebrachten Resolutionsentwurf wurde Israel "unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt" vorgeworfen. Die US-Regierung stimmte als einziges der 15 Sicherheitsratsmitglieder gegen den Entwurf. Finnland kündigte im Namen der EU-Ratspräsidentschaft an, dass Solana am Samstag zu Krisengesprächen in den Nahen Osten aufbrechen werde. (wga)

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