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Wirtschaft

Hat ein Brite den "Flash Crash" ausgelöst?

6. Mai 2010: Der Dow Jones verliert rund 600 Punkte - innerhalb weniger Minuten ist eine Billion US-Dollar verbrannt. Der möglicherweise für diesen "Flash Crash" Verantwortliche ist jetzt in London festgenommen worden.

Der Mann habe mit einem automatisierten Handelsprogramm auf betrügerische Art zum kurzzeitigen Zusammenbruch des Aktienmarktes im Mai 2010 beigetragen, teilte das US-Justizministerium am Dienstag in Washington mit. Der als "Flash Crash" in die Finanzgeschichte eingegangene Vorfall hatte den US-Leitindex Dow Jones innerhalb von fünf Minuten um 600 Punkte abstürzen lassen. Das ist aber nur der Gipfel dessen, was dem 37-Jährigen vorgeworfen wird.

Der Brite Navinder Singh Sarao wird unter anderem auch beschuldigt, mit seiner Firma Nav Sarao Futures in großem Stil Scheinaufträge für sogenannte Indexprodukte platziert zu haben. Damit habe er, so die Ermittler, die Kurse gedrückt, um Kontrakte auf Termingeschäfte, die er vorher veräußert hatte, günstiger zurückkaufen zu können.

Der Händler soll auf diese Weise über fünf Jahre hinweg 40 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) ergaunert haben. Nun muss er sich wegen Betruges, Manipulation und anderer Vergehen verantworten. Auch die US-Finanzaufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat gegen ihn ein Verfahren eröffnet. Die CFTC nennt ihn "einen bedeutenden Akteur auf diesem Markt" und fordert seine Auslieferung an die USA.

Er wolle sich gegen einen Auslieferungsantrag der US-Behörden zur Wehr setzen, sagte der 36-Jährige am Mittwoch vor einem Londoner Gericht. Der Richter setzte eine Kaution von 5,05 Millionen Pfund fest, das sind rund sieben Millionen Euro. Vor Gericht erschien der Mann am Mittwoch in einem gelben Sweatshirt und einer weißen Jogginghose. Die Sache treffe den Verdächtigen wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sagte sein Anwalt. Der junge Mann wohnt britischen Medien zufolge bei seinen Eltern in einer bescheidenen Doppelhaushälfte mit kleinem Vorgarten. Nachbarn erzählten Journalisten, sie hätten nichts von den angeblichen Betrügereien und dem Vermögen gewusst.

dk/zdh (dpa/rtre)