Hat der IS 300 Jesiden umgebracht? | Aktuell Nahost | DW | 02.05.2015
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Aktuell Nahost

Hat der IS 300 Jesiden umgebracht?

Quelle für diese Information ist bislang nur eine jesidische Partei. Demnach sollen die Angehörigen der religiösen Minderheit am Freitag in der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden sein.

Vom IS freigelassene jesidische Männer in der Nähe von Kirkuk (Foto: picture-alliance/epa)

Sie sind dem Terror entkommen: Jesiden, die Anfang April vom IS freigelassen wurden

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat unbestätigten Berichten zufolge im Irak mehr als 300 Jesiden umgebracht. Die Mitglieder der uralten religiösen Minderheit seien bereits am Freitag in der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden, berichtete die irakische Nachrichtenseite Schafak unter Berufung auf die jesidische Fortschrittspartei. Eine Bestätigung aus unabhängiger Quelle gab es zunächst nicht.

Jesiden sind für IS "Ungläubige"

Der IS hatte im vergangenen August das vor allem von Jesiden bewohnte Sindschar-Gebirge im Nordirak überrannt und Tausende Menschen in seine Gewalt gebracht. Geflohene Frauen berichteten von systematischen Vergewaltigungen, Misshandlungen, Zwangsehen und Zwangsübertritten zum Islam. Nachdem kurdische Peschmerga-Kämpfer den IS im Dezember mit Unterstützung von Luftangriffen durch die US-geführte Koalition zurückdrängen konnten, wurden mehrere Massengräber mit Leichen von Jesiden gefunden. Sie wurden mutmaßlich von den Islamisten umgebracht. Der IS bezeichnet die Jesiden als "Ungläubige", die zu töten sind.

Der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, wird an diesem Sonntag zu einem einwöchigen Besuch in den USA erwartet. Thema seiner Beratungen mit US-Politikern wird der Kampf gegen die Terrormiliz sein. Geplant sind unter anderem Treffen mit US-Präsident Barack Obama, dessen Stellvertreter Joe Biden und US-Vizeaußenminister Tony Blinken.

Beobachtungsstelle: 52 Zivilisten in Syrien getötet

Bei Luftangriffen der US-geführten Militärallianz auf ein Dorf im Norden Syriens wurden nach Angaben von Aktivisten 52 Zivilisten getötet. Attackiert wurde die Ortschaft Birmahle, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte. Unter den Opern der Angriffe in der Provinz Aleppo vom Freitagmorgen seien auch sieben Kinder, aber "nicht ein einziger IS-Kämpfer". Mindestens 13 Menschen würden in Birmahle nahe der lange umkämpften Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei noch vermisst und unter Trümmern vermutet, so die Beobachtungsstelle weiter. Der Chef der Beobachtungsstelle, Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe zwar in der Nähe des Dorfs Kämpfe zwischen syrischen Rebellen und kurdischen Einheiten gegeben. In dem Ort selbst hätten sich aber "ausschließlich Zivilisten" aufgehalten.

Die US-Armee erklärte, die Berichte würden geprüft. Insgesamt seien seit Freitag 24 Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak geflogen worden.

sti/kle (afp, dpa, rtr)