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Wirtschaft

Hat Bahnchef Grube die rettende Idee?

Die Deutsche Bahn will mit einem neuen Vorstoß dem Rekordstreik der Lokführergewerkschaft GDL ein Ende setzen. Konzernchef Grube kündigte einen "Vorschlag zur Befriedung der Lage" an.

"Es kann und darf so nicht weitergehen", mahnt Grube in der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) mit Blick auf den bisher längsten Streik in der Geschichte seines Unternehmens. Der Tarifkonflikt mit der GDL dürfe "nicht auf dem Rücken unserer Kunden und Mitarbeiter ausgetragen werden", stellt er klar.

Der Bahnchef will an diesem Mittwoch gemeinsam mit Personalvorstand Ulrich Weber einen Lösungsvorschlag vorlegen. Der Konzern lud für den späten Vormittag zu einer Pressekonferenz ein. Details zu dem geplanten Vorstoß sind noch nicht bekannt.

Die Verhandlungen stecken derzeit in einer Sackgasse. Die Arbeitgeberseite hatte der Lokführergewerkschaft GDL laut Verhandlungsdokumenten bereits im April mehrfach angeboten, einen "neutralen Experten" von außerhalb zu den Tarifgesprächen hinzuzuziehen. Die Gewerkschaft lehnte dies jedoch ab - und sperrt sich auch weiterhin konsequent gegen eine Schlichtung. Stattdessen drohte GDL-Chef Claus Weselsky zuletzt indirekt mit weiteren Streiks.

Ersatzfahrplan wird eingehalten

Nach Ankündigung der GDL sollen am Mittwoch erneut rund 3000 Mitarbeiter dem Streikaufruf folgen und ihre Züge stehen lassen. Gewerkschaftschef Weselsky will am Mittag am Kölner Hauptbahnhof zu Streikenden sprechen, sein Stellvertreter Norbert Quitter schon am Vormittag in Frankfurt.

Von dem bis Sonntag dauernden Streik sind Personen- wie Güterzüge betroffen. Nach Angaben der Bahn fährt im Fernverkehr jeder dritte Zug. Im Regionalverkehr seien es im Westen 50 bis 60 Prozent Züge, im Osten teilweise nur 5 bis 15 Prozent. Dort gibt es kaum beamtete Lokführer, die nicht streiken dürfen. Nach dem veröffentlichten Ersatzfahrplan laufe der Betrieb stabil.

Der Güterverkehr wird bereits seit Montag bestreikt, so dass mögliche Produktionsausfälle wegen fehlenden Nachschubs näher rücken. Fernreisende und Pendler müssen seit Dienstag mit den Folgen der mittlerweile achten Streikwelle im aktuellen Tarifkonflikt zurechtkommen.

gri/se (afp, dpa)