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Aktuell Deutschland

Hass auf Salafisten in Deutschland wächst

Radikale Islamisten in der Bundesrepublik könnten bald selbst Opfer von Gewalttaten werden. Das geht - wie es heißt - aus einer Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes hervor.

Es lägen vermehrt Hinweise darauf vor, "dass es vor allen in kurdischen und jesidischen Kreisen, teilweise aber auch in schiitischen Gruppen, eine wachsende Bereitschaft gibt, mit Gewalt gegen erkannte Salafisten vorzugehen", heißt es nach Recherchen von "Spiegel Online" in einem vertraulichen Schriftstück des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes.

Gefährdet seien aus Sicht der Behörden vor allem öffentlich auftretende salafistische Missionierungstrupps, berichtet das Onlineportal weiter. Deren Betätigung werde von kurdischen Kreisen als "unerträgliche Propaganda" der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) wahrgenommen. Der "Hass" auf Sympathisanten des IS könne sich "jederzeit durch Handgreiflichkeiten entladen", ohne dass es dazu weiterer Provokationen bedürfe, heißt es demnach in dem nach einem Treffen zwischen Verfassungsschützern und Beamten des Landeskriminalamts erstellten Dokument.

Kurden-Aufruf alarmiert Behörden

Als alarmierend sollen die NRW-Sicherheitsbehörden einen Aufruf des Kölner Rappers "Bero Bass" bewertet haben. In einem Video habe der Deutsch-Kurde seine Gefolgsleute aufgefordert, Salafisten zu ermitteln sowie ihre Adressen und Auto-Kennzeichen festzuhalten. "Der von ihm genannte Zweck, nämlich alsdann die Polizei über salafistische Umtriebe zu unterrichten, wird hier als Vorwand gewertet", heiße in der Analyse. Am Rande kurdischer Demonstrationen gegen den IS war es bereits vorige Woche in Hamburg und im niedersächsischen Celle zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Salafisten gekommen.

Demonstration von Kurden in Hamburg (Foto: Getty Images)

Demonstration von Kurden in Hamburg: Anschließend kam es zu Krawallen

Syrien-Reise trotz Fußfessel

Unterdessen wurde bekannt, dass es einem radikalen Islamisten aus Offenbach - trotz elektronischer Fußfessel - gelang, aus Deutschland auszureisen und sich auf die Reise nach Syrien zu begeben. Einen entsprechenden Bericht des Fernsehmagazins "Report Mainz" bestätigte der hessische Innenminister Peter Beuth. Wo sich der 24-jährige Hassan M. derzeit aufhalte, sei unbekannt, sagte Beuth. Der Mann mit pakistanischem Pass werde per internationalem Haftbefehlt gesucht, seine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland sei widerrufen worden.

Der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, Wolfgang Bosbach, nannte den Vorgang einen "Albtraum". Der den Sicherheitsbehörden bekannte Salafist war unter anderem wegen Beteiligung an einem Angriff auf ein Kamerateam im Juni 2013 wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Eine elektronische Fußfessel, wie sie Hassan M. tragen musste, übermittelt den Behörden zweimal am Tag, ob der Träger zu Hause ist.

wa/se (dpa, afp, epd)

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