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Aktuell Kultur

Harun Farocki gestorben

Der Berliner Regisseur und Videokünstler ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er galt als einer der wichtigsten Experimental- und Dokumentarfilmer Deutschlands - bekannt vor allem als politischer Filmemacher.

Seine Familie bestätigte den Todesfall der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Harun Farocki wurde am 9. Januar 1944 im heutigen Tschechien als Sohn des indischen Arztes Abdul Qudus Faroqui und dessen Frau Lili geboren. Seine Kindheit und Jugend waren durch viele Umzüge geprägt, seit 1962 lebte er in Berlin. Kurz darauf begann er, als politischer Filmemacher zu arbeiten. Sein Kurzfilm "Nicht löschbares Feuer" über die Napalm-Herstellung der Dow-Chemiewerke für den Vietnamkrieg erhielt 1969 als bester Kurzfilm den Preis der deutschen Filmkritik.

Preisgekrönter Filmemacher

Im Laufe seines Lebens drehte er über 90 Videos, Dokumentationen und filmische Essays und gilt als Pinonier der Videokunst. Für seine Studie "Die Umschulung" über die innere deutsche Einheit erhielt er 1995 den Adolf-Grimme-Preis, zudem war Farocki an mehreren Spielfilmen des Regisseurs Christian Petzold als Drehbuchautor beteiligt, unter anderem an "Die innere Sicherheit" und dem preisgekrönten DDR-Drama "Barbara".

Seit den 90er Jahren war Farocki mit seinen Installationen und Videofilmen zunehmend auch in der Kunstszene vertreten, er stellte unter anderem im Kölner Museum Ludwig und bei der Documenta in Kassel aus. 2009 wurde er in die Akademie der Künste in Berlin aufgenommen.

Im August 2014 wollte Farocki sein neues Projekt "Eine Einstellung zur Arbeit" bei der Ruhrtriennale vorstellen, eine Auswahl aus 400 Kurzfilmen, die in 15 internationalen Großstädten zum Thema Arbeit entstanden sind.

Harun Farocki hinterlässt zwei Töchter und war in zweiter Ehe verheiratet.

pj/pg (dpa)