Hartmut Dorgerloh wird Schlossherr in Berlin | Kunst | DW | 15.05.2018
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Humboldt Forum

Hartmut Dorgerloh wird Schlossherr in Berlin

Seine Wahl galt als Formsache: Hartmut Dorgerloh wird Generalintendant des Berliner Humboldt Forums. Der 55-jährige Kunsthistoriker leitet damit künftig Deutschlands ambitioniertestes Kulturprojekt.

Der Stiftungsrat des Humboldt Forums folgte damit dem Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Hartmut Dorgerloh stehe für die "Humboldtsche Tradition der Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung und den Anforderungen, die an eine moderne besucherorientierte Kultureinrichtung gestellt werden", erklärte Grütters. Der 55-Jährige sei "international weit vernetzt und hoch respektiert".

Hartmut Dorgerloh war auch Wunschkandidat des Gründungsintendanten-Trios aus Neil MacGregor, Horst Bredekamp und Hermann Parzinger. Der britische Historiker Neil MacGregor ließ über Dorgerloh vorab anerkennend wissen, er kenne sich im "Dschungel der Berliner Kulturpolitik" gut aus.

Was kein Wunder ist: Seit 2002 ist Dorgerloh Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Der Pfarrersohn wurde 1962 in Berlin geboren und wuchs in Potsdam auf.

Ein Ort der Weltkulturen

Der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dorgerloh, der wahrscheinlich Ende 2019 sein Amt antritt, übernimmt Deutschlands ambitioniertestes Kulturprojekt. Im Humboldt Forum muss er die drei künftigen Nutzer - die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität und das Land Berlin - unter einen Hut bringen. Auch trägt er die kuratorische Verantwortung für das Gesamtkonzept.

Hartmut Dorgerloh (picture alliance/dpa/B. Settnik)

Neuer Leiter des Humboldt Forums: Hartmut Dorgerloh

Der neue Museumskomplex im wieder errichteten Berliner Stadtschloss soll ein Ort der Weltkulturen werden und als eine Mischung aus Museum, Kulturzentrum und Forschungsort funktionieren. Unter anderem sollen die bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen Berlins dort gezeigt werden. "Das Humboldt Forum soll die globalen Verflechtungen aufzeigen", so der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erst kürzlich in einem Zeitungsinterview, "es geht um die Frage, was den Menschen immer und überall ausgemacht hat."

Schon jetzt steht das Humboldt Forum im Zentrum einer Debatte um mögliche Raubkunst aus der Kolonialzeit. Denn auch solche Werke will das Forum ausstellen. Der Deutsche Museumsbund hat zu dem Streitthema gerade erst Empfehlungen ausgesprochen. Denn seit Jahren gibt es immer wieder Rückgabeforderungen der Herkunftsländer. Hier wie bei der inhaltlichen Ausrichtung des Humboldt Forums wird sich sein neuer Chef positionieren müssen.

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